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Heringens Feuerwache betreibt modernen Anbau

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Von: Daniel Blöthner

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Der Anbau der Feuerwache in Heringen (Werra) bietet eine moderne Atemschutzwerkstatt und mehr Platz für Fahrzeuge
Das Feuerwehrgerätehaus in Heringen punktet mit Atemschutzwerkstatt © Daniel Blöthner

Die Fahrzeuge der Feuerwehr Heringen dürfen seit Fertigstellung des Anbaus jeweils auf einem eigenen Parkplatz in der nun größer gewordenen Halle stehen. Der Anbau war daher auch nötig, weil die Vorschriften immer mehr Ausstattung und damit verbundene Größe der Fahrzeuge verlangen. 

Neben der bis zu fünf Meter hohen und 220 m² großen Fahrzeughalle, die nahtlos an die bestehende Halle anknüpft, wurde das Bauvorhaben auch genutzt, um einige Büroräume sowie eine umfangreiche 114 m² große Atemschutzwerkstatt einzurichten. Begonnen wurde das Bauvorhaben im November 2020. Nach rund 15 Monaten Bauzeit konnte man von einer Fertigstellung sprechen, wobei Teile bereits im laufenden Betrieb verwendet wurden. An Kleinigkeiten wird auch jetzt noch gearbeitet.

Werkstatt für Atemschutz

Nicht alltäglich ist die Funktionsweise der Atemschutzwerkstatt, in deren Kreislauf benutzte Gerätschaften nach neuester Norm gereinigt, desinfiziert, gewaschen und getrocknet werden, um dann wieder einsatzbereit zu sein, wenn sie benötigt werden. „Da kann es auch passieren, dass wir noch nachts alles reinigen”, erklärt Wehrführer Kevin Deiß, „schließlich kann der nächste Einsatz schon kurz darauf sein.”

Um die Atemflaschen rückenschonend zu befüllen, wurde eine Vorrichtung angebracht, die das bequeme Befüllen per Schlauch ermöglicht. So muss keine der Sauerstoffflaschen angehoben werden. Die Atemmasken werden beispielsweise auch einer Dichteprüfung unterzogen, was vor Ort vollautomatisch abläuft. Auch externe Feuerwehren können die Dienste der Atemschutzwerkstatt nutzen. Dafür werden in einem separaten Bereich die benutzten Sachen in entsprechende rollbare Wannen gelegt. Im nächsten Raum können sich die Feuerwehrleute dann mit geprüften Geräten ausstatten.

Zu den Büroräumen zählt neben einer Einsatzzentrale, einem Besprechungszimmer und einem Mannschaftsraum auch ein separater Raum für die Jugendfeuerwehr.

Zukunftspläne

Die Baukosten werden sich voraussichtlich auf rund 1,7 Mio. Euro belaufen. Die Kosten werden mit über 200.000 Euro vom Land gefördert. Die Stadt Heringen (Werra) freut sich im Nachhinein über die frühe Ausschreibung, wodurch die Preise über die Bauzeit hinweg gehalten werden konnten. Zudem wurden viele regionale Unternehmen beauftragt.

Je nachdem, wie viel es genau ist, kann schon in diesem Jahr mit weiteren Sanierungsmaßnahmen begonnen werden, um etwa den Altbau, Baujahr 1988, optisch dem Neubau anzupassen sowie die Türen und Tore den heutigen Anforderungen anzupassen. Sobald die Heizungsanlage ausgetauscht wird, soll auch über Photovoltaik auf dem Dach des Anbaus nachgedacht werden. Auf dem Altbau ist eine solche Anlage bereits vorhanden.

Aktuell befinden sich mit Wehrführer Kevin Deiß 52 Personen in der Einsatzabteilung sowie etwa 17 bei der Jugendfeuerwehr.

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