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Werratalschule: Theater für die sechsten Klassen

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Voller Körpereinsatz: Vivian Frey vom Jungen Theater Meiningen war zu Gast an der Werratalschule Heringen. Foto: nh
Voller Körpereinsatz: Vivian Frey vom Jungen Theater Meiningen war zu Gast an der Werratalschule Heringen. Foto: nh

Heringen. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr begeisterte auch jetzt wieder der Schauspieler Vivian Frey vom Jungen Theater Meiningen die sechsten Klassen der Heringer Werratalschule. Er schaffte es, seinem jungen Publikum in dem sogenannten „Klassenzimmerstück“ von Bruno Stori mit dem Titel „Die große Erzählung“ in nur einer Zeitstunde die Odyssee nahezubringen.

Eine Zeitstunde kann bei einem so fremden Stoff für Sechstklässler durchaus lang sein, nicht jedoch für das Publikum von Vivian Frey. Mit vollem Körpereinsatz und sportlichem Talent sprang er auf Tische und Fensterbänke, suchte immer wieder die Begegnung mit den Jugendlichen, bezog sie in die Handlung ein und hielt ihre Aufmerksamkeit geschickt aufrecht.

Verpackt ist die Geschichte des griechischen Helden in die Rahmenhandlung von einem Jungen aus der Provinz, der sie wiederum in Erfurt auf dem Bahnhof von einem älteren Herrn erzählt bekommt und prompt seinen Anschlusszug nach Heringen verpasst.

Vivian Frey ist dieser Junge, und mit wenigen Mitteln, darunter einem Papierschiffchen, einem Besen, einer „Tüte voll Wind“ oder einem Eimer, ließ er die Irrfahrt des Odysseus im Klassenraum lebendig werden.

Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von der trickreichen Befreiung des Helden aus der Höhle des einäugigen Kyklopen, aber auch von der Heimkehr zu seiner treuen Gattin Penelope. Ebenso faszinierend war sein Spiel auf der Maultrommel.

Die Frage nach diesem unbekannten Instrument war eine von vielen, die den jungen Zuschauern auf den Nägeln brannte und die sie nach einem lebhaften Schlussapplaus im folgenden Nachgespräch noch stellen konnten. So erfuhren sie noch vom Werdegang des Vivian Frey als Schauspieler, vom Zustandekommen des gerade gesehenen Stückes und vom Berufsalltag eines Schauspielers. Mit der Hoffnung, die jungen Leute eines Tages auch einmal im Meininger Theater begrüßen zu dürfen beziehungsweise überhaupt das Interesse am Theater geweckt zu haben, verabschiedete sich Frey. Nach dem Interesse an seiner Darbietung zu urteilen, könnte diese Hoffnung durchaus realistisch sein. (red)

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