Heringer Stadtverordnete im Grunde einig

Lebensgefährlich: Neuer Anlauf für Radweg

Nur geduldet: Zwar nimmt es das Land hin, dass Fahrradfahrer ihre Räder bei entsprechender Umsicht über den Bohlensteg im Naturschutzgebiet Rohrlache schieben, ein Radweg darf dort aber nicht ausgeschildert werden. Die offizielle Streckenführung verläuft deshalb über stark befahrene Straßen. Foto: Roda

Heringen. Dass die Streckenführung des Werratalradwegs zwischen Leimbach und Widdershausen untragbar, ja sogar lebensgefährlich ist und dringend Abhilfe geschaffen werden muss, darüber waren sich die Heringer Stadtverordneten am Donnerstag im Grunde einig.

An der Frage nach dem richtigen Vorgehen schieden sich allerdings – wie so oft in der Werrastadt – die Geister. Ab Leimbach verläuft die offizielle Route über die viel befahrene Schlaglochpiste zum Dippacher Kreuz und weiter über die schmale Kreisstraße nach Widdershausen. Eine landschaftlich attraktivere und ungefährlichere Alternativroute führt entlang der Werra durch das Naturschutzgebiet Rohrlache. Das Land als Eigentümer eines Bohlenstegs toleriert dort zwar Fahrradfahrer, lässt aber keine offizielle Beschilderung zu (unsere Zeitung berichtete). Folgen Radtouristen den Wegweisern, landen sie deshalb auf der Landesstraße.

Erneut auf die Tagesordnung gebracht hatte das Thema jetzt die SPD-Fraktion. Der Landkreis wolle einen Kooperationsvertrag für ein nordhessenweites Radwegemanagementsystem schließen, begründete der Fraktionsvorsitzende Alfred Rost seinen Antrag. Außerdem habe Verkehrsminister Tarek Al-Wazir angekündigt, mehr Geld für den Radwegeausbau zur Verfügung zu stellen.

Konzept erstellen

Die Stadt solle deshalb ein Konzept erstellen, um die Gefahrenstelle am Dippacher Kreuz möglichst zu umgehen. Fritz Walter (WGH) begrüßte den SPD-Vorstoß, ging in einem Ergänzungsantrag aber noch weiter: Die Stadt solle Land und Kreis noch genutzte sowie ehemalige Feldwegeparzellen in der Rohrlache für die Streckenführung anbieten.

Konzept liegt vor

Ein Radwegekonzept habe die Stadt bereits erarbeitet. Es müsse nicht neu erstellt werden, merkte Manfred Wenk (GfH) an und beantragte, diesen Entwurf in den Gremien zu behandeln.

Unter anderem, weil das Land die Route durch das Naturschutzgebiet ablehnt, sah Eckhard Bock (CDU) im SPD-Antrag die einzig zulässige Variante. Das wollte Thomas Mötzing (WGH) so nicht stehen lassen: „Was machen wir kaputt, wenn wir dort mit dem Fahrrad durchfahren“, fragte der Ortsvorsteher von Widdershausen und nannte es „grob fahrlässig“, dass die Landesstraße zum Dippacher Kreuz auch in diesem Jahr nicht im Sanierungsprogramm des Landes auftaucht.

Der WGH-Antrag für eine Trasse durch die Rohrlache scheiterte an den Gegenstimmen von SPD, GfH und CDU. Die Fraktion schloss sich daraufhin dem GfH-Vorstoß an, das vorhandene Radkonzept aufzugreifen – was damit gegen die Stimmen von SPD und CDU bei zwei Enthaltungen die Mehrheit fand.

Drei Streckenführungen

Der Entwurf der Stadt umfasst im wesentlichen drei mögliche Streckenführungen: Über den Bohlensteg in der Rohrlache, entlang der Werra auf reaktivierten Wegeparzellen und einen Neu- und Ausbau von Wegen, die parallel zu Landes- und Kreisstraße verlaufen – wobei dafür mehrere Varianten in Frage kämen.

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