Von der Weser an die Werra

Wechsel im Vorstand der Raiffeisenbank Werratal-Landeck

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Neue Führungsspitze: Christian Friemert (links) ist seit Monatsbeginn Bereichsleiter Markt bei der Raiffeisen Werratal-Landeck und wird ab 2022 die Bank als Vorstandsmitglied gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Michael Wollweber leiten.

Wechsel bei der Raiffeisenbank Werratal-Landeck: Michael Wollweber und Ulrich Kraft leiten vorerst die Bank, bevor später als neuer Mann Christian Friemert in den Vorstand kommt.

Vorstandsmitglied Heike Hartmann hat das Kreditinstitut verlassen. Sie ist seit Monatsbeginn als Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Westkreis Fürstenfeldbruck in Oberbayern tätig.

Hartmanns Nachfolge im Werratal soll auf lange Sicht Christian Friemert antreten. Sein Vorstandsamt wird der 53-Jährige allerdings erst Anfang 2022 übernehmen. Denn nach den Vorgaben der Bundesfiananzaufsicht muss der Diplom-Bankbetriebswirt zunächst eine eineinhalbjährige Einarbeitungs- und Qualifizierungsphase durchlaufen.

Ulrich KraftInterims-Vorstand

Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Michael Wollweber wird deshalb ab 1. Oktober Ulrich Kraft die Bank bis zu Friemerts Amtsantritt leiten. Der 59-Jährige ist ehemaliger Vorstand der Raiffeisenbank Ronshausen-Marksuhl, die im Jahr 2017 mit der VR-Bank Eisenach zur VR-Bank Eisenach-Ronshausen verschmolzen ist.

Christian Friemert wird in der Zwischenzeit bereits für die Genossenschaftsbank tätig sein: Zum Monatswechsel hat er die Stelle als Bereichsleiter Markt angetreten. Dieses Aufgabenfeld soll der 53-Jährige später auch als Vorstand verantworten, während Michael Wollweber weiterhin für den Bereich Marktfolge zuständig ist.

Friemert stammt aus der Nähe von Lübeck und war in den vergangenen Jahren in verschiedenen Positionen überwiegend bei Genossenschaftsbanken tätig – unter anderem als Prokurist und Leiter des Privatkundengeschäfts der Volksbank Nienburg sowie zuletzt als Filialbereichsleiter bei der Volksbank Lüneburger Heide im niedersächsischen Winsen (Luhe). Der Vater von vier erwachsenen Kindern lebt mit seiner Familie noch in Nienburg an der Weser und hat nun vorerst im Philippsthaler Ortsteil Harnrode eine Zweitwohnung bezogen.

Langfristig solle das Werratal jedoch zu seinem Lebensmittelpunkt werden, betont der Diplom-Bankbetriebswirt – seine Frau, die ebenfalls in der Bankenbranche tätig ist, wolle ebenfalls in die Region wechseln.

Die überschaubare Größe seines neuen Arbeitgebers betrachtet der 53-jährige als Vorteil. Durch die vergleichsweise kurzen Entscheidungswege könne die Genossenschaftsbank deutlich flexibler agieren als größere Häuser. Fusionen mit anderen Banken seien deshalb derzeit kein Thema, auch am verbliebenen Filialnetz mit der Hauptstelle in Heringen und Niederlassungen in Philippsthal, Vacha, Schenklengsfeld, Friedewald und Ransbach solle vorerst nicht gerüttelt werden, sind sich die Vorstandsmitglieder einig.

Niedrigzinsen, regulatorische Auflagen und zunehmend auch die Suche nach Personal stellten die Bank zwar vor Herausforderungen, dennoch würden bislang eine stabile Ertragslage und trotz Corona auch weiterhin Zuwächse bei den Wohnbaukrediten verzeichnet, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende Michael Wollweber. Kurzarbeit habe die Bank nicht angemeldet – gerade in der aktuellen Situation sei es wichtig, dass die Berater den Kunden in vollem Umfang zur Verfügung stünden.

Eine große Chance sieht Christian Friemert in der „intelligenten Vernetzung“ von digitalen Angeboten. Den Kunden bei Bedarf neben dem Online-Zugriff von Zuhause auch eine persönliche Beratung vor Ort bieten zu können, hebe das regionale Kreditinstitut von allen großen Direktbanken ab.

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