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Wasserverbände in Hessen und Thüringen streben Zusammenarbeit an

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Wollen die Wasserversorgung sichern: (von links) Maik Heymel (WBV-Betriebsleiter), Martin Lindner (Werkleiter Horschlitter Mulde), Daniel Iliev (Bürgermeister Heringen), Maik Klotzbach (Bürgermeister Werra-Suhl-Tal) und Ingenieur Thomas Huth bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung über die Kooperation zwischen Wasserbeschaffungsverband und Zweckverband Horschlitter Mulde am möglichen Standort eines neuen Hochbehälters bei Dippach.
Wollen die Wasserversorgung sichern: (von links) Maik Heymel (WBV-Betriebsleiter), Martin Lindner (Werkleiter Horschlitter Mulde), Daniel Iliev (Bürgermeister Heringen), Maik Klotzbach (Bürgermeister Werra-Suhl-Tal) und Ingenieur Thomas Huth bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung über die Kooperation zwischen Wasserbeschaffungsverband und Zweckverband Horschlitter Mulde am möglichen Standort eines neuen Hochbehälters bei Dippach. © Jan-Christoph Eisenberg

Der Wasserbeschaffungsverband Ostteil Kreis Hersfeld-Rotenburg (WBV) und der Zweckverband Horschlitter Mulde im Wartburgkreis wollen eine Verbindung zwischen ihren Leitungsnetzen schaffen.

Dippach/Leimbach – Ziel ist mehr Versorgungssicherheit auf beiden Seiten beim Trink- und Löschwasser. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Vertreter der Wasserverbände am Freitag in Dippach unterzeichnet.

Der WBV war Anfang der 1960er Jahre gegründet worden, weil die Mitglieder Heringen, Friedewald und Philippsthal – unter anderem wegen der Salzvorkommen in der Region – ihren Wasserbedarf nicht mehr selbst decken konnten. Er unterhält ein Wasserwerk an der Gießlingskirche bei Friedewald.

Die rückläufige Fördermenge aus den zugehörigen Brunnen und Quellen musste in der Vergangenheit verstärkt über eine Not- und Reserveeinspeisung aus dem Netz der Stadtwerke Bad Hersfeld kompensiert werden. Dieser Zukauf sei nicht nur teuer, sondern auch nicht unendlich steigerbar, verdeutlichte der Verbandsvorsteher, Heringens Bürgermeister Daniel Iliev.

Der Zweckverband Horschlitter Mulde bezieht sein Wasser aus der Rennsteig-Region bei Förtha und kann laut seinem Vorsitzenden, Werra-Suhl-Tals Bürgermeister Maik Klotzbach, bis zu 100 000 Kubikmeter pro Jahr abgeben, ohne die eigene Versorgung zu gefährden.

Die Stadt Heringen und der Thüringer Zweckverband, der zum Jahreswechsel in einen Eigenbetrieb von Werra-Suhl-Tal übergeht, bauen aktuell bereits einen Versorgungsverbund für Großensee und Kleinensee auf. Auch ein Teil des Wassers für Widdershausen bezieht die Kalistadt schon aus dem Wartburgkreis (unsere Zeitung berichtete).

Diese Zusammenarbeit soll jetzt auch auf den WBV ausgeweitet werden. Herzstück wäre dabei laut Thomas Huth, Geschäftsführer des Kasseler Ingenieurbüros AGC Wasser, ein neuer Hochbehälter oberhalb von Dippach, der über eine Leitung samt Pumpstation mit dem Ortsnetz des Heringer Stadtteils Leimbach verbunden ist.

Auf diesem Weg könnte das Wasser des Zweckverbands Horschlitter Mulde in den Hochbehälter Heringen-Hochzone transportiert und von dort ins Heringer Netz eingespeist werden, erklärte WBV-Betriebsleiter Maik Heymel. Weil dadurch das Wasserwerk Gießlingskirche entlastet werde, profitierten davon auch Philippsthal und Friedewald.

Über die neue Leitung soll der geplante Hochbehälter bei Bedarf aber auch in entgegengesetzter Richtung aus dem Netz des WBV befüllbar sein. So könnten die Stadtteile von Werra-Suhl-Tal weiterhin mit Trink- und Löschwasser versorgt werden, wenn die Verbindung zum zentralen Wasserspeicher der Horschlitter Mulde durch Leitungsschäden vorübergehend unterbrochen sein sollte, unterstrich der Werkleiter des Zweckverbands, Martin Lindner.

Aktuell laufen laut Thomas Huth hydraulische Berechnungen und Voruntersuchungen, etwa zum Leitungsverlauf, die im ersten Quartal 2023 abgeschlossen sein sollen. Erst auf Grundlage dieser Ergebnisse sei dann auch eine belastbare Kostenkalkulation möglich. Für die Umsetzung hofft WBV-Vorsteher Iliev auf finanzielle Förderung. Thomas Hut rechnet nach der Genehmigung mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren: „Der erste Tropfen Wasser könnte also 2027 fließen“, so der Ingenieur. (Jan-Christoph Eisenberg)

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