Neue Ausstellung

Walter Blankenbach: Der Chronist des Werratals

Der Fotograf Walter Blankenbach. Foto: HZ-Archiv

Im Heringer Kalibergbau-Museum sind jetzt die besten Fotos des Journalisten Walter Blankenbach ausgestellt.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Und die Fotos von Walter Blankenbach sprechen dabei sogar eine ganz eigene Sprache. Als Fotograf und langjähriger HZ-Reporter in Heringen hat er in unzähligen, zumeist schwarz-weißen Bildern die Entwicklung des Werratals und der Stadt Heringen festgehalten. Rund 70 seiner besten Fotos werden jetzt in einer Ausstellung im Kali-Museum gezeigt, die ihn als den Chronisten des Werratals würdigt.

Dicht gedrängt standen die Besucher zwischen den Blankenbach-Bildern, als am Freitagabend die Ausstellung eröffnet wurde. Für den Förderkreis des Museums hob Dieter Schlieben dessen Bedeutung als „fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Heringen“ hervor und begrüßte herzlich Walter Blankenbachs Bruder Otto, seine Schwester Inge sowie die beiden Töchter Regina und Renate, die bei der Sichtung des Nachlasses geholfen hatten.

Museumsleiter Hermann-Josef Hohmann nannte die Ausstellung eine „Rolle rückwärts durch die Geschichte“ und bedauerte, dass die Werkschau eigentlich zu spät komme. Er hätte sich gewünscht, dass Walter Blankenbach dies noch selbst hätte erleben dürfen.

HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm würdigte Blankenbachs Medienarbeit als „kollektive Erinnerung einer Region. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung, auch im Journalismus, seien Blankenbachs Fotos bleibende Zeugnisse einer hochprofessionellen Arbeit, die eben nicht wie heute viele Handybilder nur „Schnappschüsse aus der Hüfte als Wegwerfprodukt“ sind.

Der frühere Chefredakteur der Hersfelder Zeitung Peter Lenz, ein langjähriger Weggefährte von Walter Blankenbach, erinnerte in einer launigen Laudatio an jene Zeit, als „das Werratal weit weg war von Bad Hersfeld, dem ‘Nabel der Welt’, nämlich 30 Kilometer in Richtung Moskau“. Blankenbach habe die Menschen und die „Parallelwelt des Werratals“ in das Bewusstsein der Leser im ganzen Kreis gerückt. Lenz würdigte Blankenbachs „schnörkellosen Nachrichtenstil“ und seine gestochen scharfen Fotos, die damals noch als postkartengroße Papierabzüge per Post in die Redaktion geschickt wurden. Blankenbach hatte damals so eine Art Monopolstellung im Werratal und arbeitete zunächst für drei Zeitungen, die damals noch im Kreisgebiet erschienen. Dennoch habe es nie Eifersüchteleien und Konkurrenzkämpfe mit den Kollegen gegeben. „Walter Blankenbach war ein entspannter, kollegialer Typ, zu dem man schnell einen Draht bekam“, sagte Lenz.

Und Walter Blankenbach war ein guter Fotograf, ein Chronist seiner Zeit, wie die Ausstellung im Kali-Museum auf eindrucksvolle Weise zeigt.

Die Ausstellung im Kali-Museum Heringen, Dickesstraße 1, wird noch bis zum 19. April gezeigt. Der Eintritt ist frei. Infos unter: www.kalimuseum.de

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