Er erinnert ans Trinken und spielt Tic Tac Toe

Roboter als Pflegehelfer: Hochschule testete Einsatz in Heringen

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High Tech im Altenheim: Die Studenten Timo Marré, Marcel Bartholet und Maximilian Zipp kamen an der THM mit Dennis Bardt vom Heringer Pflegeheim sowie den Professoren Dr. Gerrit Sames und Dr. Christian Überall zusammen, um Pepper in der Anwendung zu testen. 

Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenwirkens von Menschen und Robotern soll ein Studienprojekt im Fachbereich Wirtschaft der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) aufzeigen.

Dabei kommen zwei High-Tech-Geräte des Typs Pepper zum Einsatz. Dieses Modell ist derzeit europaweit der gefragteste humanoide Roboter – so werden Fabrikate bezeichnet, die wie Menschen aussehen und kommunizieren können.

Im Pflegeheim Bardt wurde erprobt, ob und inwieweit Pepper Aufgaben in der Pflege übernehmen kann. Mit der demografischen Entwicklung gehe ein deutlich gestiegener Bedarf in der Pflege einher, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Mangel an qualifiziertem Personal gehöre zu den drängendsten gesellschaftlichen Problemen. Studierende der Informatik und Betriebswirtschaft, die von Prof. Dr. Gerrit Sames betreut wurden, erfassten zunächst 13 mögliche Einsatzfelder von Pepper im Pflegeheim. Davon wählte das Team drei Anwendungsfälle aus. Es sollte getestet werden, ob die vielseitige Maschine mit ihrer technischen Ausstattung dafür geeignet ist, pflegebedürftigen Menschen Geschichten zu erzählen, als Spielpartner zu dienen und sie anzuhalten, regelmäßig zu trinken.

Es zeigte sich, dass der Roboter die „Trinkerinnerung“ – eine insbesondere bei älteren Heimbewohnern wichtige Ansprache – gut übernehmen kann, um Pflegekräfte zu entlasten. „Pepper konnte so „angelernt“ werden, dass er ein Gesicht erkannte und sein Gegenüber fragte: Hallo Herr X., möchten Sie etwas trinken?“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zudem sei er imstande gewesen, zu dokumentieren, wie häufig er einer erkannten Person den Trinkhinweis gab.

Sein System sei so programmiert worden, dass er auf verbale Aufforderung die Geschichte vom „hässlichen Entlein“ erzählte. Auch auf die Anrede, „Pepper, lass uns ein Spiel spielen“, habe er, wie vom Projektteam konzipiert, reagiert und als Partner beim Tic Tac Toe zur Verfügung gestanden. Es sei möglich, den Roboter mit einer größeren Auswahl auszustatten, heißt es in der Pressemitteilung der Technischen Hochschule Mittelhessen weiter.

Während des Projekts testeten die Studierenden auch Peppers Grenzen aus – vor allem verschiedene noch bestehende technische Hindernisse.

Bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit kamen die Beteiligten zu dem Resultat, dass die Entlastung des Pflegepersonals gegenüber den durch den Roboter verursachten Kosten derzeit noch keine Anschaffung rechtfertigt.

Sie zeigten sich aber optimistisch, dass die Weiterentwicklung von Pepper ihn in naher Zukunft zu einer wirtschaftlichen Alternative auf dem Gebiet der Pflege werden lasse, teilt die THM abschließend mit. (red/jce)

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