Freundin im Wachkoma

Versuchter Totschlag: Angeklagter aus Heringen will sich äußern

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Michael Euler (rechts). Foto: Eisenberg

Fulda/Heringen. Mit der Verlesung der Anklageschrift hat am Dienstagmorgen vor der ersten großen Strafkammer des Landgerichts Fulda der Prozess gegen einen 22-Jährigen aus Heringen begonnen, der wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist.

Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem jungen Mann vor, seine Lebensgefährtin während eines Spaziergangs in den Werrawiesen am frühen Nachmittag des 18. Juni dieses Jahresnach einem Streit attackiert und gewürgt zu haben. Dadurch sei die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn der Frau für längere Zeit unterbrochen worden. Den Tod seiner Freundin, so der Staatsanwalt, habe der Angeklagte dabei billigend in Kauf genommen. Erst als er bemerkte, dass die Frau nur noch nur flach atmete, soll er noch versucht haben, sie von Mund zu Mund zu beatmen. Danach habe der Angeklagte seinen Bruder angerufen, welcher nach seinem Eintreffen die Polizei verständigt habe. Mit schweren Verletzungen wurde die Frau schließlich mit dem Rettungsdienst ins Klinikum Bad Hersfeld gebracht. Durch die Attacke erlitt die Frau laut Staatsanwaltschaft so schwere Hirnschäden, dass sie sich bis heute in einem wachkomatösen Zustand befindet. Eine Genesung ist laut Anklage wohl ausgeschlossen.

Der 22-jährige Heringer war nach der Tat festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Michael Euler aus Frankfurt, kündigte nach der Verlesung der Anklageschrift an, dass sein Mandant sich zu den Vorwürfen äußern werde. Das in der Anklageschrift geschilderte Geschehen stehe außer Frage, erklärte Euler nach der Verhandlung. Im Laufe des Prozesses müsse erörtert werden, wie es dazu kam. Insgesamt sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt, zwei Sachverständige sowie fast 40 Zeugen geladen. Der Prozess wird am Dienstag, 2. Januar, um 10 Uhr fortgesetzt.

Quelle: HNA

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