Zufriedene Gesichter bei offizieller Übergabe

Ohne Barrieren zur Kirche: Erstes Stadtumbau-Projekt in Heringen abgeschlossen

Hell und barrierefrei:  Das Bild zeigt die Vertreter von Stadt, Kirchengemeinde und Planungsbüros auf dem neuen Kirchenvorplatz in Heringen.
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Hell und barrierefrei: Mit entsprechenden Corona-Abständen haben Vertreter von Stadt, Kirchengemeinde und Planungsbüros den neuen Kirchenvorplatz in Heringen offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Als erstes Projekt des Heringer Stadtumbaus ist jetzt der neue Vorplatz der evangelischen Stadtkirche offiziell seiner Bestimmung übergeben worden.

Heringen – Noch kämpft Kirchenvorsteher Reinhard Borneis tatkräftig dagegen, dass die Blühstreifen am neugestalteten Kirchenvorplatz von der Ackermelde überwuchert werden. Ihren letzten Schliff sollen die Grünflächen rund um das Gotteshaus bei zwei Pflanzaktionen im Herbst erhalten. Ansonsten sind die Arbeiten für das erste Projekt des Stadtumbauprogramms abgeschlossen – und mit dem Ergebnis zeigten sich die Vertreter von Stadt, Kirche und der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) bei der offiziellen Übergabe am Dienstag rundum zufrieden. Aufgewertet wurde der Platz mit neuen Sitzgelegenheiten und einem Brunnen.

So lobte Martin Ruppert für den Sanierungsträger DSK, dass es gelungen sei, Kirche und Stadt über das Förderprogramm für ein gemeinsames Projekt zusammenzubringen, das nun trotz Corona-Krise abgeschlossen und weitgehend im Kostenrahmen geblieben sei. Die Gesamtkosten des Umbaus betragen rund 209 000 Euro. Davon kommen 146 300 Euro aus dem Stadtumbauprogramm, 20 900 Euro übernimmt die Stadt und 41 800 Euro die Kirche.

Das Stadtumbauprogramm habe es ermöglicht, statt des ohnehin angedachten barrierfreien Zugangs als Einzellösung in Form einer Rampe einen Platz mit Flair und hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen, betonte auch Pfarrer Thorsten Waap. Dass dort bereits ein Gottesdienst gefeiert worden sei und sich hier viele Passanten zum Eisessen niederließen, freute den Pfarrer besonders. Passend zur optischen Öffnung des Platzes zur Stadt hin sei auch das Gotteshaus als offene Kirche und Radwegekirche tagsüber für Besucher zugänglich.

Bürgermeister Daniel Iliev erinnerte daran, dass das Projekt von der Stadtverordnetenversammlung seinerzeit nur mit einer Gegenstimme und damit für die Werrastadt ungewöhnlich breiter Mehrheit beschlossen worden sei. In Verbindung mit der Erneuerung der Hauptstraße, der angedachten Sanierung des Kalimuseums sowie der Umgestaltung des Angers sei der neue Kirchenvorplatz ein „Lichtblick“ und „erheblicher Zugewinn“ im Herzen der Werrastadt. Das „Dörfchen Heringen“ könne sich künftig wieder selbstbewusst als Stadt präsentieren, betonte der Rathauschef. Über bislang positive Rückmeldungen freute sich auch Planer Frank Knies vom Architekturbüro Krischner und Partner. Vor rund dreieinhalb Jahren war die Stadt Heringen in das mit 73-prozentiger Förderung ausgestattete Stadtumbauprogramm des Landes Hessen aufgenommen worden. Neben der Umsetzung baulicher Projekte soll die Partizipation vor Ort gefördert werden. Hierfür gibt es die lokalen Partner.

Um Ideen in den Stadtumbauprozess einzubringen, Projekte zu identifizieren und diese der Politik zur Umsetzung vorzuschlagen, trifft sich diese Gemeinschaftsinitiative aus Gewerbetreibenden, Vereinen, Initiativen, Kirche und Bildungsträgern in regelmäßigen Abständen. Das Gremium steht auch interessierten Bürgern offen, die sich als Ideengeber, Multiplikatoren und als Träger eigener Projekte am Stadtumbau beteiligen können. (jce)

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