Tarifabschluss steht 

Mehr Geld für die Kali-Kumpel im Werratal

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Mehr Geld für Bergleute: Die Beschäftigten der Kali- und Steinsalzindustrie erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2,3 Prozent mehr Geld.

Heringen/Philippsthal – Rund 8000 Beschäftigte der deutschen Kali- und Steinsalzbergwerke erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2,3 Prozent mehr Geld.

Der Tarifabschluss betrifft auch die 4400 Mitarbeiter des Kaliwerks Werra. Eine entsprechende Erhöhung der Entgelte und Zulagen sieht der Tarifabschluss der Kali- und Steinsalzindustrie vor, den die Tarifberatungskommission der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) am Mittwochabend nach der dritten Tarifrunde mehrheitlich angenommen hat. 

Zum 1. Januar 2020 steigen Entgelte und Zulagen um weitere 3,1 Prozent. Der Tarifvertrag, der eine Laufzeit bis Ende 2020 hat, sieht zudem die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen für alle Ausbildungsjahre um 30 Euro brutto im Jahr 2019 brutto und um weitere 40 Euro brutto ab dem ersten Januar 2020 vor. 

Zudem verzichten die Arbeitgeber auf die seinerzeit im Übergangstarifvertrag zu den neuen Entgeltgruppen vereinbarte Anrechnung der prozentualen Erhöhung. „Unterm Strich haben wir in der schwierigen Situation ein Ergebnis erzielt, das sich sehen lassen kann“, kommentiert der Verhandlungsführer, Gewerkschaftssekretär Bernd Stahl, den Tarifabschluss.

Aus dem osthessischen Kalirevier waren neben Stahl auch die Betriebsratsvorsitzenden der K+S-Werke Werra und Neuhof, André Bahn und Axel Hartmann, die Betriebsratsvorsitzende der Zentralen Technik bei K+S, Brigitte Weitz, sowie der IGBCE-Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer beteiligt.

Für Beschäftigte, die mindestens seit dem 1. Januar Mitglied der IGBCE sind, erhöht sich das Urlaubsgeld 2019 um 150 Euro auf 1000 Euro brutto. Ab 1. Januar 2020 steigt das Urlaubsgeld für Gewerkschaftsmitlieder um weitere 100 auf 1100 Euro brutto. Der Bonus für Gewerkschaftsmitglieder sei in dieser Größenordnung eine Besonderheit, betont Friedrich Nothhelfer. 

Darin spiegele sich einerseits das Interesse der Arbeitgeberseite an einem starken Sozialpartner wieder – zum anderen das Ansinnen der Gewerkschaft, dass Mitglieder durch ihre Beitragszahlungen gegenüber Nichtmitgliedern nicht schlechter gestellt werden sollen, verdeutlicht der Bezirksleiter. Der Organisationsgrad der Beschäftigten liegt laut Nothhelfer bei über 80 Prozent.

Der K+S-Betriebsratsvorsitzende André Bahn berichtet von überwiegend positiven Reaktionen aus der Belegschaft. Bahn spricht von schwierigen Verhandlungen, an deren Ende ein gutes Gesamtpaket stehe. Mit dem vereinbarten Bonus für Gewerkschafter sei einer zentralen Forderung aus den Reihen der Mitglieder nachgekommen worden.

Der Verband der Kali- und Salzindustrie in Berlin und der Düngemittelhersteller K+S wollten den Tarifabschluss auf Nachfrage unserer Zeitung nicht kommentieren.

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