Heringer Stadtpolitik

„Gemeinsam für Heringen“ (GfH) löst Verein auf, Fraktion macht weiter

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Der Verein „Gemeinsam für Heringen“ (GfH) hat sich aufgelöst.

Der Verein „Gemeinsam für Heringen“ (GfH) hat sich aufgelöst. Das bestätigte der bisherige Vorsitzende Manfred Wenk auf Nachfrage der Hersfelder Zeitung.

Auf die GfH-Fraktion im Heringer Stadtparlament habe diese Entscheidung aber keine Auswirkungen, betont Wenk, der derzeit als Liquidator die Auflösung des Vereins abwickelt. Die GfH war im Juni 2015 gegründet worden und sollte offen für alle politisch engagierten Bürger sein. Zu den Gründungsmitgliedern zählten auch vier Stadtverordnete der Unabhängigen Liste (UL), die sich im Jahr 2013 im Stadtparlament von der WGH abgespalten hatte, nachdem der frühere Bürgermeister Hans Ries dieser Gruppierung wieder beigetreten war. Auch der GfH-Vorsitzende Manfred Wenk hatte der WGH nach den Reibereien mit dem Altbürgermeister den Rücken gekehrt. 

Zur jüngsten Kommunalwahl zog die GfH mit fünf Sitzen ins Standparlament ein. Zwischenzeitlich gehörte der Fraktion als Hospitant ein weiterer Stadtverordneter, der ursprünglich als Kandidat der WGH ins Stadtparlament gewählt worden war und inzwischen den Status eines Fraktionslosen hat.

Zur Entscheidung, den Verein GfH aufzulösen, habe in Summe eine Vielzahl von Gründen geführt, betont Manfred Wenk: So sei es kaum noch gelungen, Mitglieder zu gewinnen, berichtet Wenk. Auch habe sich aus den Reihen des Vereins niemand mehr gefunden, der die Vorstandsarbeit übernehmen wollte. 

Mit dem früheren zweiten Vorsitzenden René Schaumlöffel habe zudem ein Hoffnungsträger die Stadt aus beruflichen Gründen verlassen, der junge Mitglieder für die GfH rekrutieren sollte. Nicht zuletzt habe sich die erhoffte Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen im Stadtparlament anders dargestellt, als erhofft, beklagt Wenk. Die Entscheidung, den Verein aufzulösen sei nicht leicht gefallen, betont der bisherige Vorsitzende – vorausgegangen seien etwa dreimonatige Sondierungen.

Unstimmigkeiten über den politischen Kurs

Dem Vernehmen nach hatte es unter den GfH-Mitgliedern in jüngerer Vergangenheit Unstimmigkeiten bezüglich des politischen Kurses gegeben, die sich auch im Abstimmungsverhalten im Stadtparlament niederschlugen. Um politisch tätig zu sein, sei der Verein nicht zwingend notwendig, verdeutlicht Wenk. Die Fraktion werde daher bis zum Ende der der Wahlperiode bestehen bleiben. Fraktionszwang gebe es bei der GfH ohnehin nicht, was auch die nicht einheitlichen Abstimmungsergebnisse erkläre.

Gerüchte, ein Teil der GfH-Stadtverordneten wolle sich der WGH-Fraktion anschließen, seien nicht zutreffend. Zumindest für seine Person könne er das ausschließen, unterstreicht Wenk. Er sei aber durchaus offen dafür, im Stadtparlament auch sinnvolle Initiativen der WGH mitzutragen.

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