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Licht in Lengers dank Kaliwerk - hier ist alles kalektrisch

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Von: Laura Hellwig

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Die Werra in Lengers: Im Hintergrund sieht man das Wasserkraftwerk I.
Die Werra in Lengers: Im Hintergrund sieht man das Wasserkraftwerk I. © Alfred Schüler

Fast jeder Ort hat ihn: einen Uznamen. Meist vergeben von benachbarten Dörfern, sind die Spitznamen voller Spott, Neid oder gar Überheblichkeit. Aber wie sind diese Namen einst entstanden?

Lengers – „In Längersch war alles kalektrisch“, erzählt Alfred Schüler auf die Frage, wie die Lengerser zu ihrem Spitznamen „Die Kalektrischen“ gekommen sind. Heißt konkret: Der Heringer Ortsteil hatte als eines der ersten Dörfer an der Werra Elektrizität, nämlich ab 1904.

Für die damals rund 350 Einwohner bedeutete das, dass sie zuhause elektrisches Licht und in der Nacht beleuchtete Straßen hatten. Erst danach erfolgte der Bau der Wasserkraftanlagen in Philippsthal, Heimboldshausen und Widdershausen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Werra das Wasserkraftwerk I Lengers vom Bergbauunternehmen Wintershall, dem Vorgänger der K+S Kali GmbH, gebaut. Es war und ist ein wichtiger Energielieferant für das Kaliwerk Heringen. Seit 1996 wird die gewonnene Energie durch einen privaten Betreiber in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Das Wasserkraftwerk I findet sich auch auf der ersten Lengerser Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 (von W. Gleim, Cassel) wieder.
Das Wasserkraftwerk I findet sich auch auf der ersten Lengerser Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 (von W. Gleim, Cassel) wieder. © privat

Auf einer Informationstafel ist zu lesen, dass das Wasserkraftwerk in den vergangenen Jahren technisch und ökologisch komplett saniert und für die wichtigen Aufgaben der Zukunft fit gemacht worden sei.

Die Anlage erzeugt 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom, womit etwa 600 Haushalte versorgt werden können. Insbesondere beim Thema Klimaschutz spielen Wasserkraftwerke eine große Rolle – sie tragen dazu bei, Treibhausgase zu reduzieren.

Die Anlage in Lengers ist ein Laufkraftwerk mit zwei Maschineneinsätzen. Sie verfügt über eine Kaplan- und eine Lawaczeck-Turbine sowie aufgesetzte Asynchrongeneratoren mit Stirnradgetriebe. Pro Sekunde fließen 25 000 Liter (25 Kubikmeter) Wasser durch das Kraftwerk. Betreiber ist „AUF Eberlein & Co. GmbH“.

(Laura Hellwig)

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