Müllmenge soll in Heringen um 16 Prozent steigen

Energy from Waste: Kraftwerk in Heringen erweitert Kapazitäten

Das Bild zeigt das Kraftwerk mit dem Monte Kali im Hintergrund.
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Das EEW-Kraftwerk in Heringen.

Heringen – EEW Energy from Waste, nach eigenen Angaben Deutschlands führendes Unternehmen in der Erzeugung von Energie durch die thermische Abfallverwertung, entwickelt seinen 2009 in Betrieb genommenen Standort Heringen weiter. Darüber informierte das Unternehmen in dieser Woche.

Um dem absehbar wachsenden Kapazitätsbedarf zur thermischen Abfallverwertung gerecht zu werden, soll die Betriebszeit der thermischen Abfallverwertungsanlage in Heringen um sieben Prozent und die Verbrennungsmenge um 16 Prozent pro Jahr erhöht werden, heißt es in einer Pressemitteilung. In den vergangenen zehn Jahren seit Inbetriebnahme ist die verwertete Menge an Haushalts- und Gewerbeabfällen am Standort Heringen um rund zehn Prozent gestiegen. „Mit der Kapazitätserhöhung trägt EEW langfristig zur Entsorgungssicherheit in der Region bei“, betont Jürgen Römhild, der technische Geschäftsführer.

Die thermische Abfallverwertungsanlage von EEW in Heringen wurde 2009 in Betrieb genommen. Heute werden in Heringen pro Jahr bis zu 297 600 Tonnen Haushalts- und Gewerbeabfälle verwertet und in Energie umgewandelt. Diese Energie wird am K+S-Standort Heringen als Prozessdampf genutzt. Für die so gewonnene Energie kann auf den Einsatz fossiler Energieträger wie beispielsweise Erdgas verzichtet werden. In Heringen erzeugt EEW im Durchschnitt jährlich etwa 950 000 Megawattstunden Prozessdampf. Diese Energiemenge entspricht laut Pressemitteilung dem jährlichen Bedarf von rund 50 000 vierköpfigen Familien.

Perspektivisch wird in Deutschland von einem erhöhten Kapazitätsbedarf in der thermischen Abfallverwertung ausgegangen, erläutert Römhild. Einerseits ist für die nächsten Jahrzehnte aufgrund der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung von einer stabilen oder leicht wachsenden Menge an Abfällen auszugehen. Andererseits werden Abfallverwertungsoptionen wie beispielsweise die Mitverbrennung von Abfall in Kohlekraftwerken wegfallen, hinzu kommt der Trend zur Schließung von mechanisch-biologischen Verwertungsanlagen (MBA).

EEW plant für den Standort Heringen vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung eine Erhöhung der genehmigten Jahresbetriebszeit um sieben Prozent (von 8 200 auf 8 760 Stunden pro Jahr) sowie eine Erhöhung des genehmigten Abfalljahresdurchsatzes um 16 Prozent (von 297 600 auf 345 000 Tonnen pro Jahr). Bauliche Veränderungen für die Kapazitätserhöhung sind nicht notwendig, betont Jürgen Römhild. Ergänzend zur Kapazitätserhöhung beinhaltet die geplante Weiterentwicklung des Standorts zudem weitere kleinere Maßnahmen wie eine neue Lagerhalle, eine höhere Kapazität für die Dampfkondensationsanlage sowie Container für Sanitär- und Aufenthaltsbereiche bei Revisionen.

Die strengen gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen würden auch bei einer höheren Betriebszeit sowie einer höheren Verwertungsmenge sicher eingehalten, erklärt Römhild. Der Lkw-Verkehr werde moderat zunehmen.

Durch den konstanteren Betrieb des Kraftwerks werden zukünftig weniger Außer- und Inbetriebnahmevorgänge notwendig sein. Dies führe zu einer geringeren Materialbeanspruchung und einem insgesamt materialschonenderen Betrieb der Anlage. (red/zac)

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