Keine Kita-Gebühren: Entlastung für Heringer Eltern

+
Grüne Karte für wichtige Beschlüsse: Im weitläufigen Bürgerhaus von Heringen fand mit ausreichend Sicherheitsabstand die Stadtverordnetenversammlung statt. 

Heringen – Corona machts möglich: In seltener Einmütigkeit hat in Heringen am Donnerstagabend die erste Sitzung der sonst stets streitbaren Stadtverordneten seit Beginn der Pandemie-Krise stattgefunden.

Stadtverordnetenvorsteher Detlef Scheidt (SPD) kritisierte zu Beginn, dass ausgerechnet jene Vertreter von WGH und GfH, die im Vorfall die Absage der vorangegangenen Präsenzsitzungen moniert hatten (wir berichteten) nun selbst nicht anwesend waren.

Danach fand das Stadtparlament aber schnell zu einer gemeinsamen Linie. So wurden die vom Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss stellvertretend für die Stadtverordnetenversammlung gefassten Beschlüsse überprüft und bestätigt, die Alfred Rost (SPD) als Ausschussvorsitzender zuvor noch einmal erläuterte. Dabei ging es um eine Aufhebungsvereinbarung mit dem Zweckverband Diakonie von Hohenroda-Ausbach, den Wirtschaftsplan der Stadtwerke, den Jahresabschluss des Wasserbeschaffungsverbands und einen Grundstücksverkauf in der Brüder Grimm-Straße.

Um das Thema Wasser entwickelte sich eine kurze Diskussion. Ute Marhold (WGH) forderte, „endlich an den Verursacher für die Versalzung des Wassers in Heringen ranzugehen“. Trinkwasser werde zunehmend unbezahlbar. K+S müsse sich an den Kosten beteiligen, doch keiner habe den Mut, das auszusprechen. Sie stimme deshalb dem Wirtschaftsplan nicht zu.

Für die SPD wies Alfred Rost diese Kritik zurück und erinnerte daran, dass WGH-Mitglied Hans Ries zwölf Jahre Bürgermeister war und das Thema hätte anpacken können. „Aber von ihm kam nichts.“ Bürgermeister Daniel Iliev erklärte, wie der Wasserpreis zustande kommt und sagte: „Wir arbeiten intensiv an der Sicherstellung der Wasserversorgung für die nächsten Jahre.“ Deshalb arbeite man mit den Nachbargemeinden zusammen und verhandele auch mit Thüringen über eine Wasserbelieferung aus der Horschlitter Mulde. „Das ist eine Feuerwehrmaßnahme, denn sonst ist hier bald pumpe“, machte Iliev deutlich.

Einstimmung verabschiedeten alle Stadtverordneten zudem einen gemeinsamen Antrag von SPD und CDU mit dem den Eltern der 258 Kita-Kinder in Heringen vom 1. April bis zum 31. Juli die Kosten für die Betreuung und Verpflegung erlassen werden. Damit werden die Eltern auch für den gesamten Juli entlastet, obwohl bereits am 6. Juli der Regelbetrieb der Kitas wieder aufgenommen werden soll.

Alfred Rost lobte, dass der Magistrat mit der Gebührenaussetzung „dankenswerterweise schnell gehandelt hat“. Bürgermeister Iliev danke SPD und CDU für ihren „wichtigen Antrag“ der ein Indiz für die Familienfreundlichkeit Heringens sei. Für die WGH sagte Ute Marhold, die Eltern hätten den „kleinen Bonus“ verdient, der aber kein Geschenk sei, weil ja keine Betreuung stattgefunden habe. Hier korrigierte sie Alfred Rost und erinnerte daran, dass es sehr wohl eine Teilbetreuung für einige Kinder, die ohne den Kostenerlass des Parlaments bezahlt werden müsste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare