Erstes Projekt des Stadtumbaus

Heringer Kirchplatz: Es geht nicht ohne Eigenanteil

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Erstes Projekt des Heringer Stadtumbaus: Der Vorplatz der evangelischen Stadtkirche soll neu gestaltet und der Zugang barrierefrei werden.

Als erstes Projekt des Heringer Stadtumbauprogramms soll in Kürze mit der Neugestaltung des Kirchenvorplatzes begonnen werden.

„Die Baufirmen warten darauf, dass sie anfangen können“, berichtete Bürgermeister Daniel Iliev am Donnerstagabend während der Sitzung des Stadtparlaments im Heringer Bürgerhaus. Die finanziellen Voraussetzungen für den Baubeginn schuf das Stadtparlament, indem es bei einer Gegenstimme der GfH und zwei Enthaltungen einer überplanmäßigen Ausgabe von 39.000 Euro zustimmte. 

Der Grund, den Kostenansatz nach oben zu korrigieren, ist laut Iliev ein entsprechend höheres Ausschreibungsergebnis. Insgesamt wird die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes damit voraussichtlich 209.000 Euro kosten. Durch die gestiegenen Baukosten erhöht sich auch die Fördersumme aus dem Landesprogramm um 26.300 auf 146.300 Euro. 

Ursprünglich war die Werrastadt davon ausgegangen, bei der Neugestaltung ohne Eigenanteil auszukommen, da die Baukosten komplett über das Förderprogramm und den Anteil der Kirche abgedeckt werden sollten. Tatsächlich bleibt laut Förderstatuten aber immer ein Eigenanteil von mindestens zehn Prozent für die Kommune – nach aktuellem Kostenansatz für die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes also 20.900 Euro aus der Heringer Stadtkasse, die durch Mehreinnahmen bei Grundstücksverkäufen ausgeglichen werden sollen. Der Anteil der Kirche reduziert sich durch diese Änderungen um 8200 auf 41.800 Euro.

Baulich aufgewertet

Mit der Umgestaltung soll der Kirchenvorplatz baulich aufgewertet, die Aufenthaltsqualität erhöht und ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen werden. Ute Marhold (WGH) monierte vor der Abstimmung, dass die Stadtverordneten nicht ausreichend informiert worden seien: „Ich bin nicht gegen die Umgestaltung, aber ich hätte gerne Pläne gesehen“. Diesen Vorwurf wies Bürgermeister Daniel Iliev jedoch zurück: Das Projekt sei mehrfach öffentlich vorgestellt worden, auch ein Fraktionsmitglied der WGH habe daran teilgenommen.

Bei drei Gegenstimmen der WGH-Fraktion und drei Enthaltungen haben die Stadtverordneten zudem mehrheitlich einer redaktionellen Änderung der Entwässerungssatzung zugestimmt. In der vorherigen Sitzung hatte das Stadtparlament den Wechsel von der sogenannten Globalberechnung zu rein verbrauchsorientierten Abwassergebühren beschlossen. Dabei war jedoch vergessen worden, den Ergänzungsbeitrag von zwölf Cent pro Quadratmeter Veranlagungsfläche für die Erneuerung der Kläranlagen aus der Satzung zu streichen, was das Stadtparlament mit seinem Beschluss nun nachholte.

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