Schandfleck soll verschwinden:

13 Jahre nach Schließung: Abriss des alten Heringer Hallenbades steht bevor

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Seine Tage sind gezählt: Das alte Heringer Hallenbad soll im Laufe des zweiten Halbjahres abgerissen werden. Seit dem Jahr 2007 ist das Gebäude aus Sicherheitsgründen gesperrt.  

13 Jahre nach seiner Schließung soll das alte Heringer Hallenbad aus dem Stadtbild verschwinden.Der Magistrat hat jetzt den Abriss des maroden Gebäudes beschlossen.

Das erklärte Bürgermeister Daniel Iliev gegenüber unserer Zeitung. Die inzwischen stark heruntergekommene Schwimmhalle wurde im Mai 2007 aus Sicherheitsgründen für den Badebetrieb gesperrt. Bereits im Jahr 2003 stieg der Landkreis – seit 1971 40-prozentiger Partner – aus dem Zweckverband Hallenbad aus. 

Zuvor war das Bad den Jahren 2001 und 2002 noch einmal für rund 1,4 Millionen Euro saniert worden und sollte danach eigentlich für weitere zwölf bis 15 Jahre nutzbar sein. Das vorzeitige Ende wurde deshalb zum Politikum und beschäftigte über mehr als ein Jahrzehnt die Gerichte: Den ersten Prozess gegen das seinerzeit beauftragte Architekturbüro hatte die Stadt als Klägerin verloren, die in der zweiten Instanz unterbreiteten Vergleichsvorschläge lehnte wiederum die Gegenseite ab.

Spur der Verwüstung: Nach seiner Schließung wurde das alte Heringer Hallenbad von Vandalen heimgesucht. Unser Archivbild aus dem Jahr 2017 zeigt Bürgermeister Daniel Iliev am ehemaligen Arbeitsplatz der Schwimmmeister.

Dabei stand zuletzt eine Schadenersatzsumme von 494 000 Euro plus Zinsen im Raum. Im vergangenen Sommer sprach das Oberlandesgericht Frankfurt der Stadt schließlich rund eine Million Euro Schadenersatz plus Zinsen zu. Das Urteil ist nach Auskunft des Bürgermeisters inzwischen rechtskräftig: Eine Nichtzulassungsbeschwerde des Architekturbüros gegen die nicht eingeräumte Möglichkeit zur Revision wurde abgewiesen.

Die Schadenersatzzahlung sei bei der Stadt eingegangen und werde in den Wirtschaftsplan der Stadtwerke eingearbeitet, wo sie zum Verlustausgleich beitrage. Der Auftrag für den geplanten Abbruch werde voraussichtlich im Sommer ausgeschrieben, so der Rathauschef. Beginnen sollten die Arbeiten im Laufe der zweiten Jahreshälfte. Ein für die Abwicklung von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro habe einen Kostenrahmen von rund 395 000 Euro kalkuliert.

Nach dem Abriss soll das Hallenbad-Grundstück zunächst als provisorische Parkplatzfläche für die benachbarte Schule und Sporthalle hergerichtet werden. Langfristig komme das Gelände nach Ansicht des Bürgermeisters auch für einen Kita- und Kinderkrippenneubau in Frage.

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