Stadtverordnetenversammlung

Millionenprojekt: Heringen will sein Bürgerhaus sanieren

Das Bild zeigt Gunter Hoch (links) der von Heringens Bürgermeister Daniel Iliev (rechts) im Namen des Magistrats zum Ehrenstadtrat ernannt worden.
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Während der Sitzung der Heringer Stadtverordnetenversammlung ist Gunter Hoch (links) von Bürgermeister Daniel Iliev (rechts) im Namen des Magistrats zum Ehrenstadtrat ernannt worden.

Die Sanierung des Bürgerhauses und eine erneute Diskussion um die Kraftwerkstraße beschäftigen die Stadtverordneten bei ihrer jüngsten Sitzung in Heringen.

Heringen – Über die Sinnhaftigkeit, das Heringer Bürgerhaus in seiner jetzigen Form zu sanieren, haben die Stadtverordneten während ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstagabend heftig und ausgiebig gestritten.

Ex-Bürgermeister Hans Ries (WGH) hatte zwei Änderungsanträge formuliert, wonach es vor einer Entscheidung durch die Stadtverordneten eine Bürgerversammlung geben sollte. Den Heringern sollten dabei auch die Inhalte der bisher vorliegenden Gutachten zur Kenntnis gegeben werden.

Diese beiden Änderungsanträge wurden mehrheitlich von der Stadtverordnetenversammlung abgewiesen. Umgesetzt wird nun ein Grundsatzbeschluss der Verwaltung, wonach die wirtschaftlichste Variante mit einem geschätzten Kostenaufwand von 4 845 000 Euro mit einer ergänzenden Nutzung des Bürgerhauses in Höhe von 1 360 000 Euro weiter vorangetrieben werden soll. Insgesamt wird die Sanierung demnach 6 205 000 Euro kosten.

Diese, auch von Bürgermeister Daniel Iliev favorisierte Variante, wurde mit 19 Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung so auf den Weg gebracht.

Sehr zum Ärgernis von Hans Ries, der aus den bisher vorliegenden Gutachten herausgelesen habe, dass sich das Gebäude in baulich sehr desolatem Zustand befinde. Ähnlich dem alten Heringer Hallenbad und der Eiterfelder Lichtbergschule. Diese beiden Komplexe waren ebenso wie das Bürgerhaus unter Verwendung von Werrakies errichtet worden. Da dieser stark chloridhaltig sei, greife er bei hoher Feuchtigkeit den Stahlbeton an, was schließlich bei Schule und Bad wegen hoher Sicherheitsbedenken zu einem Abriss geführt habe. Das gleiche Schicksal drohe nun auch dem Bürgerhaus, wenn dieses energetisch und somit „luftdicht“ saniert werde.

Zudem zweifelte Ries an, dass ein auf 700 Gäste ausgelegtes Bürgerhaus in Heringen in der heutigen Zeit überhaupt angebracht sei. Der Saal werde nämlich so gut wie nie prall gefüllt sein.

Bürgermeister Iliev dagegen verteidigte das Projekt als notwendig. Alleine schon wegen erheblicher Mängel im Bereich der Elektrik und im Abwasserbereich, bestehe dringend Handlungsbedarf. „Nach knapp 40 Jahren sind wir als Stadt dazu verdammt, etwas zu unternehmen. Wir müssen also ehrlich darüber sprechen, wie es mit diesem Haus weitergehen soll. Wir müssen es so nachhaltig gestalten, dass es dann auch mit Leben zu füllen ist.“

Debatte um Kraftwerkstraße

Das in Heringen seit Jahren schwelende Thema eines Ausziehgleises der Bahn, um die Kraftwerkstraße problemlos nutzen zu können, wird nun wohl endgültig zu den Akten gelegt. Zwar hatte Hans Ries (WGH) noch einmal einen Antrag vorgelegt, wonach die Stadt 408 000 Euro Eigenanteil für das Bauvorhaben bereitstellen sollte, doch wurde darüber nicht einmal mehr abgestimmt. Denn Bernd Maus (SPD) hatte einen Änderungsantrag formuliert, wonach dieses Ausziehgleis wegen der Aussichtslosigkeit in der Umsetzung nicht mehr weiter verfolgt werden solle.

Ein Grundstückseigentümer werde sein benötigtes Grundstück nicht der Stadt überlassen und notfalls ein mehrere Jahre dauerndes Planfeststellungsverfahren anstreben, heißt es vonseiten der SPD. Nun wurde mehrheitlich beschlossen, den Magistrat zu beauftragen, mit der Deutschen Bahn den von Bürgermeister Iliev gemachten Vorschlag eines Testlaufs in der derzeitigen Form weiter zu verfolgen.

Während der Sitzung der Heringer Stadtverordnetenversammlung ist Gunter Hoch (links) von Bürgermeister Daniel Iliev (rechts) im Namen des Magistrats zum Ehrenstadtrat ernannt worden. Der CDU Politiker Hoch war 19 Jahre ohne Unterbrechung Stadtrat in Heringen, fünf Jahre Stadtverordneter und während dieser Zeit auch Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt.

Zudem war er sechs Jahre Mitglied des Ortsbeirates in Lengers – in der vergangenen Legislaturperiode als stellvertretender Vorsitzender. Bürgermeister Iliev lobte Hoch als fairen Politiker, der hart in der Sache, aber fair im Umgang mit allen – egal, welcher Partei zugehörig – gewesen ist. (Mario Reymond)

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