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Heringen feiert 50-jähriges Jubiläum der Stadtkirche

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Vor der Heringer Stadtkirche: von links Christoph Rode, Thorsten Waap, Werner Pflaum, Richard Ewald und Matthias Weber.
Vor der Heringer Stadtkirche: von links Christoph Rode, Thorsten Waap, Werner Pflaum, Richard Ewald und Matthias Weber. © Märthe Werder

Die Kirche ist „unser Wohnzimmer“, sagt Pfarrer Thorsten Waap. Und genau dieses Wohnzimmer besteht in Heringen seit inzwischen 50 Jahren, was am Wochenende gefeiert werden soll.

Heringen – Neben Gottesdiensten finden in der Stadtkirche auch Konzerte, Gesprächskreise oder auch das gemeinsame Ansehen des Europapokalfinales statt. Musik, Essen und Programm für Groß und Klein stehen auf dem Plan. Am Freitag, 15. Juli, gibt es Vorträge zur Geschichte der Kirche, eine Kunstausstellung und ein Improtheater. Der Samstag steht dann ganz im Zeichen der Familie. Neben Kinderschminken und Torwandschießen gibt es auch eine große Tombola mit 1300 Preisen, die alle gespendet wurden. In der aktuellen Zeit wo alles teurer wird, sollen die Familien sich an diesem Tag nicht um die Kosten sorgen. „Daher essen und trinken die Kinder am Samstag umsonst“, sagt Waap. Der Förderverein Christophorus übernimmt die Kosten. Ausklingen soll der Abend mit einem Konzert, bei dem unter anderem die Bergmannskapelle auftreten wird. Ein neu geschriebenes Stück wird dabei seine Uraufführung haben.

Konzerte sind in der Stadtkirche nichts Ungewöhnliches. Schulen veranstalten kleine Konzerte, Nachwuchskünstler bekommen eine Bühne oder auch Die Prinzen traten bereits auf. „Die Kirche ist ein Treffpunkt“, meint Waap und das nicht nur für Gottesdienste.

Auch die vorherige Kirche war erst 60 Jahre alt, als beschlossen wurde eine Neue zu bauen. Damals sei das umstritten gewesen, meint Pfarrer Waap. Doch man wollte eine richtige Stadtkirche haben, welche größer und funktionaler ist. „Manche würden sagen es wurde ein Schuhkarton angebaut“, meint er scherzhaft in Bezug auf den kastenförmigen Anbau. Im Inneren ist die Kirche eher kreisförmig gestaltet. Das soll symbolisieren, dass die Menschen sich um das Wort Gottes versammeln, sagt Waap. Er selbst ist seit über 20 Jahren in der Gemeinde Heringen tätig, ihm gefällt die Kirche. „Sie ist modern und bietet viel Platz für Theater und Musik“, meint er.

Seit der Pandemie ist die Kirche sogar noch moderner geworden – mit einem Youtube Kanal. Die Gottesdienste werden live übertragen, aber auch die Aufzeichnungen auf dem Kanal online gestellt. „Wir schaffen es so auch, ein Stückchen Heimat nach draußen zu transportieren“, meint Diakon Richard Ewald. Denn Leute, die nicht mehr in Heringen wohnen oder nicht zum Gottesdienst kommen können, sehen so trotzdem ihre gewohnte Kirche.

„Die Kirche ist ein Teil des Lebens und das Leben ist in der Kirche“, sagt Pfarrer Christoph Rode. Deswegen seien sie in Heringen auch offen für alles. Ob es sich dabei nun um Kunst, Musik oder auch einen Motorradgottesdienst geht, der etabliert werden soll. Und so ist auch das Fest am Wochenende für alle Interessierten gestaltet.

Zum Ende der Feierlichkeiten gibt es am Sonntag noch einen Festgottesdienst und abends schließt das Fest mit einem Konzert ab. Dabei treten die Rotenburger Kantorin Eva Gerlach-Kling und der aus Obersuhl stammende Andreas Sichler auf. „Wer die Feier verpasst, der muss 50 Jahre warten“, meint Pfarrer Rode und lacht. (Märthe Werder)

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