Windpark Waltersberg

Herfa: Bäume weichen Windrädern

Blick vom Dreienberg zum Waltersberg: In dem Waldgebiet zwischen Herfa und Lautenhausen haben die Rodungsarbeite n für den Bau von sieben Windrädern begonnen. ArchivFoto: Eisenberg

Herfa – Im Waldgebiet Waltersberg zwischen dem Heringer Stadtteil Herfa und Friedewald hat die Rodung für den Bau des geplanten Windparks begonnen.

„Zur Vorbereitung der Baumaßnahmen wurde inzwischen mit den Rodungsarbeiten an den vorgesehenen Standorten begonnen. Diese sollen bis zum Beginn der Brut- und Setzzeit Ende Februar abgeschlossen sein“, teilt Felix Rehwald, Pressesprecher des Projektierers und Anlagenherstellers Enercon aus dem niedersächsischen Auchrich auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Wegen möglicher Haselmausvorkommen sei die Rodung des Wurzelwerks erst für den Monat Mai eingeplant. Im Dezember 2016 hatte das Regierungspräsidium Kassel den Bau von sieben der insgesamt zehn beantragten Windräder genehmigt. Drei Anlagen lehnte die Genehmigungsbehörde aufgrund naturschutzrechtlicher Bedenken und Rotmilan-Brutvorkommen ab.

Gegen die Genehmigung der sieben Anlagen hat ein Anwohner aus Lautenhausen vor dem Verwaltungsgericht Kassel Klage eingereicht. In einem Bescheid aus dem vergangenen Dezember hat das Regierungspräsidium Kassel jedoch mit Hinweis auf ein übergeordnetes öffentliches sowie privates Interesse des Investors gegenüber Interessen Dritter die sofortige Vollziehung der Genehmigung angeordnet. Nachdem sich bei einem Bürgervotum in Herfa im Jahr 2009 die Mehrheit noch für das Projekt ausgesprochen hatte, regte sich in den Folgejahren zunehmend Widerstand. Die Bürgerinitiative Friedewald und Naturschützer zweifelten ein vom Investor in Auftrag gegebenes naturschutzfachliches Gutachten an.

Mehrfach verschoben

Nachdem Enercon angekündigt hatte, zeitnah mit den Arbeiten zu beginnen, war der Baustart mehrfach verschoben worden – unter anderem, weil der größte deutsche Windrad-Hersteller wegen der guten Auftragslage mit der Produktion für den eigenen Park nicht nachkam.

Direkt im Anschluss an die Rodung solle jetzt mit den Erdarbeiten für die Fundamente begonnen werden, kündigt Felix Rehwald an. Die eigentlichen Windräder sollen nach derzeitigem Planungsstand in der Zeit von Mitte Juli bis Mitte Dezember aufgebaut werden. Die Anlagen vom Typ Enercon E-101 haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, einem Rotordurchmesser von 101 Metern und einer Gesamthöhe von 199,5 Metern und eine Nennleistung von jeweils 3050 kW.

Enercon hat zugesagt, alle Transporte ausschließlich über die B 62 abzuwickeln. Die Inbetriebnahme des Windparks ist nach Fertigstellung des neuen Umspannwerks in der Gemeinde Philippsthal Anfang 2020 vorgesehen.

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