Klage hat vorerst keine Auswirkung auf Erweiterung

K+S: Haldenbetrieb läuft trotz Klage des BUND weiter

Soll weiter wachsen: Die Arbeiten an der Erweiterungsfläche (links) für die Abraumhalde des K+S-Standorts Wintershall in Heringen laufen trotz einer Klage des Umweltverbandes Bund weiter.
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Soll weiter wachsen: Die Arbeiten an der Erweiterungsfläche (links) für die Abraumhalde des K+S-Standorts Wintershall in Heringen laufen trotz einer Klage des Umweltverbandes Bund weiter.

Die Klage des hessische Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland gegen die Erweiterung der Abraumhalde des K+S-Standorts Wintershall hat vorerst keine Auswirkungen auf den Betrieb der Kalifabrik. Das betont Unternehmenssprecher Ulrich Göbel gegenüber unserer Zeitung.

Heringen – Der BUND Hessen hatte kürzlich angekündigt, beim Verwaltungsgericht Kassel Klage gegen die Erweiterung der Salzhalde am Heringer Standort des K+S-Verbundwerks Werra einzulegen. Der Umweltverband begründet sein Vorgehen mit den durch die Halden verursachten Salzeinleitungen in die Werra sowie Grundwasserbelastungen und fordert von K+S den Verzicht auf Haldenerweiterungen. Der nicht verwertbare Abraum des Kalibergbaus müsse entweder zu handelbaren Wertstoffen umgewandelt oder wieder unter Tage eingebracht werden (unsere Zeitung berichtete).

Die Fortsetzung der Aufhaldung – und damit die uneingeschränkte Produktion – am Standort Wintershall seien durch die Klage nicht konkret infrage gestellt, unterstreicht K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Das Vorgehen des BUND Hessen diene vielmehr dazu, Fristen zu wahren und beinhalte keinen Eilantrag, der auf die sofortige Unterbrechung der Aufhaldung am Standort Wintershall abziele. Über die Klage des Umweltverbandes werde zu gegebener Zeit das zuständige Verwaltungsgericht entscheiden. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das Regierungspräsidium Kassel mit der Genehmigung zur Erweiterung der Halde Wintershall – wie zuvor schon für die Halde am Standort Hattorf – eine rechtssichere Entscheidung getroffen hat, die einer gerichtlichen Überprüfung standhalten wird“, bekräftigt Göbel.

Am K+S-Standort am Wintershall fallen jährlich etwa 7,2 Millionen Tonnen nicht verwertbare Rückstände an. Rund 230 Millionen Tonnen dieses Abfalls, der überwiegend aus wasserlöslichen Salzen besteht, wurde auf der bestehenden Halde aufgeschüttet. Weil die genehmigte Fläche von insgesamt 110 Hektar für die Ablagerung fester Produktionsrückstände des Standortes Wintershall fast ausgeschöpft war, hatte K+S im Jahr 2018 die Erweiterung um 25,7 Hektar nach Südosten in Richtung der K+S-Werksanlagen auf insgesamt 136 Hektar beantragt. Dieser Abschnitt erhöht die Kapazität um rund 81 Millionen Tonnen.

Im September hat das die Regierungspräsidium Kassel (RP) die Genehmigung für die Erweiterung erteilt. Der vorzeitige Beginn der Arbeiten zur Vorbereitung der Flächen war von der Genehmigungsbehörde bereits Anfang des Jahres zugelassen worden. Jan-Christoph Eisenberg

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