Schreibende Sammlerstücke

Georges Mauen aus Heringen besitzt 5892 Kugelschreiber

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Was seine Begeisterung für Kugelschreiber ausgelöst hat, weiß Georges Mauen selbst nicht genau. Er besitzt ganze 5892 Stück davon.

Sein früherer Beruf könne es wohl nicht sein, berichtet der ehemalige Polizist augenzwinkernd: „Strafzettel musste ich nur selten schreiben“. 5892 der Schreibgeräte hat der Heringer mit belgischen Wurzeln bislang zusammengetragen – und es sollen noch mehr werden. „Ich habe schon immer gerne gesammelt“, erzählt der 72 Jährige: „Briefmarken, Bierdeckel oder Streichholzschachteln – und jetzt eben Kugelschreiber“.

Vor rund anderthalb Jahren habe ein Exemplar mit besonders ansprechender Farbgebung sein Interesse geweckt. Kurz darauf wurden ihm 1000 Kugelschreiber aus einer aufgelösten Sammlung angeboten – was seinen Schreibutensilien-Fundus sprunghaft vergrößerte.

Die Stifte bewahrt Mauen in Plastikboxen im Büro auf – alphabetisch geordnet nach Anfangsbuchstaben der Werbeaufdrucke, jeweils zehn Exemplare mit einem Gummiring gebündelt. In jedem Behälter befindet sich zudem ein Zettel, auf dem der 72-Jährige die aktuelle Anzahl – meist um die 300 pro Box – notiert hat. „Ich muss mir bald neue Behälter kaufen, bei manchen Buchstaben quellen sie fast über“, berichtet der gebürtige Belgier schmunzelnd. Katalogisiert hat Mauen seine Sammlung nicht. „Das wäre zu aufwendig“. Jeden „Neuzugang“ sortiert er deshalb einzeln ein, um nach doppelten Exemplaren Ausschau zu halten. Gelegentlich tausche er die mit anderen Sammlern. Übers Internet sei er beispielsweise in Kontakt mit einem Kuli-Begeisterten aus der Bretagne, dessen Fundus rund 15.000 Exemplare umfasst.

Besonders kostspielig sei sein Hobby nicht, betont Georges Mauen – bei den meisten Kugelschreibern handelt es sich um Werbegeschenke. „Die Firmen werden aber immer geiziger“, hat er festgestellt. Seit sich seine Sammelleidenschaft herumgesprochen habe, werde er auch von Freunden und Bekannten regelmäßig mit neuen Sammelobjekten versorgt, berichtet der 72-Jährige, der sich über jedes weitere Exemplar freut. 

Ein spezielles Sammelgebiet hat Georges Mauen nicht – in seinem Fundus finden sich sowohl hochwertige Exemplare aus Metall oder Holz als auch einfache Werbegeschenke aus Plastik, überdimensional große oder besonders kleine Schreibgeräte. Besonders viele Kuriositäten finden sich in der „No-Name-Box“ für Stifte ohne Aufdruck: Kugelschreiber in Form einer Gurke oder Flöte, mit Blumen- und Zebramuster sowie mit Fußball oder Weihnachtsmannfigur anstelle des Druckknopfs zum Ausfahren der Mine. „Dabei wollte ich unbedruckte Kulis erst gar nicht sammeln“, erinnert sich der gebürtige Belgier.

Seine Frau sei von seiner Sammelleidenschaft nur bedingt angetan, gesteht der 72-Jährige schmunzelnd: Sie meckert immer, dass die Boxen im Weg stehen.

Regelmäßig zum Einsatz kommen nur drei seiner 5892 Kugelschreiber, die Georges Mauen für den Alltagsgebrauch auf dem Schreibtisch bereitgelegt hat. „Viel zu Schreiben habe ich nicht. Außerdem trocknet bei den Sammlerstücken irgendwann die Tinte ein“, verrät er.

Kontakt: Georges Mauen, Im Glockengewann 8, 36266 Heringen, Telefon 06624/3749628.

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