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Bürgermeisterwahlen: 85,3 Prozent für Daniel Iliev, 84,33 Prozent für Julian Kempka

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Von: Mario Reymond, Jan-Christoph Eisenberg

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Freude: Der künftige Friedewalder Bürgermeister Julian Kempka mit seiner Verlobten Meike von der Stein.
Freude: Der künftige Friedewalder Bürgermeister Julian Kempka mit seiner Verlobten Meike von der Stein. © Mario Reymond

In Heringen und Friedewald haben am heutigen Sonntag, 6. März, Bürgermeisterwahlen stattgefunden. Iliev erhielt in Heringen 85,3 Prozent, Kempka in Friedewald 84,33 Prozent.

Aktualisiert um 20.57 Uhr: Der 26 Jahre alte Julian Kempka (SPD) wird am 1. Mai die Amtsgeschäfte im Rathaus von Friedewald übernehmen.

Für den Finanzwirt stimmten 861 Wählerinnen und Wähler. Das entspricht 84,33 Prozent der Stimmen. Ein Resultat, das sich Kempka im Vorfeld der Auszählung gewünscht hatte. „Wenn zum Schluss eine Acht vorne stehen würde, dann wäre ich mehr als zufrieden“, sagte Kempka auf sein persönliches Wahlziel angesprochen.

Nicht ganz erreicht hat der künftige Bürgermeister jedoch sein zweites selbst gestecktes Ziel. Eine Wahlbeteiligung von 50 Prozent verfehlte er knapp. Insgesamt waren in der Dreienberggemeinde 49,93 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen oder hatten ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.

Kempka wird bei seinem Amtsantritt der wohl jüngste Bürgermeister in Hessen sein. Nachdem der Erste Beigeordnete Bernd Stahl den künftigen Bürgermeister zu dessen Wahl gratuliert hatte, richtete Kempka das Wort an die rund 75 Zuhörer in der Friedewalder Festhalle. Es sei ein kurzer und knapper Wahlkampf gewesen – ohne Gegenkandidaten. Dennoch habe er einen engagierten Wahlkampf geführt und auch die Menschen vor Ort besucht. „Während der Hausbesuche war es an manchen Tagen schon recht kalt“, erinnert sich der 26-Jährige.

Er bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und richtete den Blick auch in die Ukraine. „In den heutigen Tagen können wir froh sein, in einer Demokratie zu leben.“

Julian Kempka wird voraussichtlich am Mittwoch, 27. April, während der Gemeindevertretersitzung vereidigt und in das Amt des Friedewalder Bürgermeisters eingeführt. Er folgt auf Dirk Noll, der zum 1. Januar das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten übernommen hat.

Zufrieden: Heringens Bürgermeister Daniel Iliev mit Partnerin Viviane Wellmitz.
Zufrieden: Heringens Bürgermeister Daniel Iliev mit Partnerin Viviane Wellmitz. © Eisenberg, Jan-Christoph

Mit 85,35 Prozent der Stimmen ist Heringens Bürgermeister Daniel Iliev im Amt bestätigt worden.

Der 38-jährige Sozialdemokrat stand ohne Gegenkandidaten zur Wahl für eine zweite Amtszeit. Von 5 938 wahlberechtigten Einwohnern haben 2289 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 38,55 Prozent. Insgesamt stimmten 1 923 Wähler mit „ja“ und damit für Iliev. 330 machten ihr Kreuz bei „nein“, 36 Stimmen – 1,57 Prozent – waren ungültig.

Mit dem Ergebnis zeigte sich der Rathauschef zufrieden: „Es liegt zehn Prozent über dem, was ich mir mindestens erhofft hatte“, sagte Iliev. Etwas enttäuscht sei er allerdings von der Wahlbeteiligung, bei der er sich mindestens 40 Prozent erhofft habe. Als Grund vermute er den bei einem Kandidaten absehbaren Wahlausgang.

Dennoch sei das Ergebnis für ihn eine Bestätigung seiner Arbeit und ausdrücklich als Teamleistung zu verstehen, betonte Iliev, der gemeinsam mit seiner Partnerin Viviane Wellmitz im Büro von Wahlleiter Kai Adam das Einlaufen der Ergebnisse verfolgte. Den Anfang machte um 18.14 Uhr Lengers, danach stand das Telefon bei Büroleiter Michael Ernst, der die Schnellmeldungen aus den Wahllokalen entgegennahm und an den Wahlleiter und seien Kollegen Matthias Hujo weitergab, nicht mehr still. Sein bestes Einzelergebnis erzielte Iliev mit 91,91 Prozent in Wölfershausen, wo auch die Stimmen aus Bengendorf ausgezählt wurden. Nachdem um 18.41 das vorläufige Ergebnis feststand, überreichte Michael Ernst im Namen der städtischen Mitarbeiter eine Bootsmannspfeife, damit der alte und neue Bürgermeister auch in Zukunft den Ton im Rathaus angeben kann. Weitere Gratulanten warteten bereits in der benachbarten Bürgerhaus-Gaststätte, wohin Iliev zur kleinen Wahlparty geladen hatte.

Aktualisiert um 19.00 Uhr:

Büroleiter Michael Ernst überreicht an Daniel Iliev eine Bootsmannspfeife, damit Iliev weiter im Rathaus den Ton angeben kann.
Bürgermeisterwahl in Heringen: Büroleiter Michael Ernst überreicht an Daniel Iliev eine Bootsmannspfeife, damit Iliev weiter im Rathaus den Ton angeben kann. © Jan-Christoph Eisenberg

Heringen/Friedewald - Inzwischen ist die Ausszählung in beiden Kommunen abgeschlossen. In Heringenerhielt Daniel Iliev (SPD) 85,35 Prozent der Stimmen. 14,65 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten mit Nein. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,55 Prozent.

Bürgermeisterwahl in Friedewald: Beifall für Julian Kempka, als das Ergebnis bekannt gegeben wird.
Bürgermeisterwahl in Friedewald: Beifall für Julian Kempka, als das Ergebnis bekannt gegeben wird. © Mario Reymond

In Friedewald hat Julian Kempka (SPD) 84,33 Prozent der Stimmen erhalten.. Hier beträgt der Anteil der Nein-Stimmen 15,67 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,93 Prozent.

Daniel Iliev und Julian Kempka treten zu den beiden Bürgermeisterwahlen im Ostteil des Kreises ohne Gegenkandidaten an.

In Heringen bewirbt sich Daniel Iliev (SPD) um eine zweite Amtszeit. Die Werrastadt Heringen hat rund 7190 Einwohner, von denen 5938 wahlberechtigt sind. Bis Freitagmittag hatten 1117 Personen Briefwahl beantragt.

Der 38-jährige Iliev wurde in Bad Hersfeld geboren und ist in Heringen aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Werratalschule studierte er Politikwissenschaften, Südslawistik, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-SchillerUniversität Jena sowie Politikwissenschaften an der Panteion-Universität in Athen. Danach arbeitete er als Referent der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. Im März 2016 setzte sich Iliev bei der Bürgermeister-Stichwahl gegen Amtsinhaber Hans Ries (WGH) durch. Mit seiner Lebensgefährtin wohnt Iliev in Heringen. Der 38-Jährige engagiert sich als Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Heringen, zweiter Vorsitzender des Schulvereins Werratal, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und zweiter Kassierer bei Eintracht Heringen, wo er auch als Kegler aktiv ist. Außerdem kickt er als aktiver Fußballer für die Alten Herren der SG Werratal.

Ein Interview mit Daniel Iliev zur Wahl lesen Sie hier.

Treten ohne Gegenkandidaten zu den Bürgermeisterwahlen an: Daniel Iliev in Heringen (links) und Julian Kempka in Friedewald (rechts).
Treten ohne Gegenkandidaten zu den Bürgermeisterwahlen an: Daniel Iliev in Heringen (links) und Julian Kempka in Friedewald (rechts). © SPD Hersfeld-Rotenburg/SPD Friedewald

In Friedewald möchte Julian Kempka (SPD) den Chefposten im Rathaus besetzen und somit den zu Jahresbeginn als Erster Kreisbeigeordneter ins Landratsamt abgewanderten Dirk Noll (SPD) beerben. In Friedewald leben etwa 2430 Menschen, von denen rund 2100 wahlberechtigt sind. Bis Freitag hatten im Friedewalder Rathaus 484 Frauen und Männer Briefwahlunterlagen beantragt.

Julian Kempka (26) wurde in Bad Hersfeld geboren und ist in Friedewald aufgewachsen. Er hat eine Ausbildung zum Finanzwirt im Behördenzentrum der Frankfurter Finanzämter absolviert und nach seinem Abschluss in verschiedenen Bereichen der hessischen Finanzverwaltung gearbeitet. Um nicht jeden Tag nach Frankfurt pendeln oder aus seiner Heimatgemeinde wegziehen zu müssen, wechselte er in die Kommunalverwaltung und arbeitet seit 2017 bei der Kreisstadt Bad Hersfeld, aktuell im Standesamt. Für den Hessentag 2019 war er mit der Projektleitung für die Hessentagsstraße betraut. Julian Kempka ist verlobt und lebt in Friedewald. Der 26-Jährige beschäftigt sich in seiner Freizeit gerne mit dem Steuerrecht und leitet eine Beratungsstelle des Lohnsteuerhilfevereins. Außerdem steht er für die SG Ausbach/Friedewald im Fußballtor.

Ein Interview mit Julian Kempka zur Wahl lesen Sie hier.

Die Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet. Wir berichten, sobald erste Ergebnisse vorliegen.

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