Bauarbeiten abgeschlossen

Nach zwei Jahren: Freie Fahrt am Biegenrain in Herfa

Aufwändig gesichert: Um das Abrutschen der Straße Am Biegenrain in Herfa zu verhindern, wurde eine rückverankerte Stützwand errichtet.
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Aufwändig gesichert: Um das Abrutschen der Straße Am Biegenrain in Herfa zu verhindern, wurde eine rückverankerte Stützwand errichtet.

Nach rund zwei Jahren Bauzeit sind die Straßen- und Kanalbauarbeiten am Herfaer Biegenrain nun weitgehend abgeschlossen.

Herfa – Beschäftigt hatte dieses Projekt die Heringer Stadtpolitik weitaus länger. Daran erinnerte Bürgermeister Daniel Iliev am Dienstag bei einem Ortstermin mit Vertretern von Baufirmen, Ingenieurbüros, Stadtverwaltung sowie evangelischer Kirchengemeinde. Rund 4,6 Millionen Euro wurden insgesamt in Kanal-, Leitungs- und Straßenbau, Hangsicherung sowie die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes investiert. Beteiligt waren neben Stadt, Stadtwerken und Kirche auch der Energieversorger EAM und die Telekom.

Rund 2,4 Millionen Euro entfielen auf den Bau einer speziellen rückverankerten Stützwand. Die wurde nötig, weil der Hang auf rund 600 Metern Länge abzurutschen drohte. Die Kosten für dieses spezielle und damit teure Sicherungsbauwerk hätte die Stadt eigentlich anteilig auf die Anlieger umlegen müssen. Für die Bewohner der 16 Häuser an der Straße standen deshalb zwischenzeitlich Anliegerbeiträge in Höhe von 76 Euro pro Quadratmeter im Raum. Um die Bewohner nicht in die Privatinsolvenz zu treiben und letztendlich auch Schaden durch komplett ausbleibende Zahlungen von der Stadt abzuwenden, hatte das Heringer Stadtparlament im Dezember 2016 eine Lösungsvariante beschlossen: Die Stadt hat die Kosten für eine gewöhnliche Winkelstützwand errechnen lassen, wie sie auch anderenorts errichtet worden war. Anstelle der tatsächlichen Wand wird der Preis des fiktiven Bauwerks von rund 300 000 Euro umgelegt. Wie hoch die Anliegerbeiträge am Biegenrain letztendlich ausfallen werden, stehe erst nach dem Vorliegen aller Schlussrechnungen endgültig fest, verdeutlichten der Rathauschef und der Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen, Michael Franz. Die Stadt gehe jedoch von einer Größenordnung von rund 30 Euro pro Quadratmeter aus.

Der Bauamtsleiter dankte den Anwohnern für ihr Verständnis für die Einschränkungen beim Bauen unter beengten Platzverhältnissen sowie dem Landesbetrieb Hessen Forst, über dessen Wirtschaftswege die Zufahrt für Anlieger und Rettungsfahrzeuge während der Bauphase ermöglicht wurde.

Aus einem Guss: Im Zuge der Straßen- und Kanalbauarbeiten am Herfaer Biegenrain ist auch der Kirchenvorplatz neu gestaltet worden, auf dem sich auf unserem Bild Vertreter von Stadt, Gremien, Baufirmen, Ingenieurbüros und Kirchengemeinde aufgestellt haben.

Im Zuge der Bauarbeiten ist auch der Vorplatz der Kirche rund um das Ehrenmal neu gestaltet worden. Pfarrerin Andrea Koch freute sich, dass damit nun eine Stolperkante beseitigt worden sei. Da nur rund ein Drittel der Fläche vor dem Gotteshaus der Kirchengemeinde gehöre, seien Sanierung und Neugestaltung nur als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadt möglich gewesen. So sei nicht nur einen barrierefreien Zugang geschaffen worden, der neue Vorplatz biete sich auch für Feste und Veranstaltungen an – wenn die Corona-Lage es wieder zulasse. Sofern das Wetter mitspielt, soll hier am kommenden Sonntag bereits der Erntedankgottesdienst gefeiert werden. (Jan-Christoph Eisenberg)

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