Auf der Spur des weißen Goldes

Finnische Kommunalpolitiker aus Partnerstadt des Landkreises besuchten Kaliwerk Werra

Glückauf: Landrat Michael Koch und Finnen aus Partnerstadt Hyvinkää für besichtigten K+S-Grube: Kai Helminen (von links), Christine Trinks (persönliche Referentin des Landrats), Pentti Halonen, Aki Korpela, Tuija Linna-Pirinen, Landrat Michael Koch, Florian Deiseroth (Grubenmaschineningenieur K+S), Pekka Laine und Jyriki Mattila (Stadtdirektor von Hyvinkää). Foto: Pelle Faust

Heringen. Finnische Kommunalpolitiker aus Partnerstadt des Landkreises haben Kaliwerk Werra besucht. 

Eng gedrängt stehen die Gäste aus der finnischen Partnerstadt und Landrat Michael Koch im Förderkorb, der sie ruck, zuck 800 Meter tief unter die Erde bringt. Eine Grubenbesichtigung im Werk Werra steht an. Stadtdirektor Jyrki Mattila und sieben weitere Kommunalpolitiker verbrachten vier Tage im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. In dieser Zeit machten sie eine Floßfahrt auf der Fulda, besichtigten die Logistik von Amazon, besuchten die Hersfelder Festspiele, fuhren in die Schachtanlage Herfa und bestiegen den Monte Kali. Die Partnerschaft zur 47 000 Einwohner zählenden finnischen Stadt Hyvinkää nördlich der Hauptstadt Helsinki besteht seit mehr als 30 Jahren.

Um in die Kali-Grube Wintershall einzufahren, müssen sich alle erst mal umziehen. Die von K+S bereitgelegten Kleidungsstücke bieten Schutz vor dem feinen Staub, der beim Abbau von Kalisalz entsteht. Zur Ausrüstung für die Grubenbesichtigung gehören auch Helm, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, Grubenlampe und Sauerstoffselbstretter. Schmuck und Uhren müssen abgelegt werden. Unten ist es ganz schön warm. Auch der Luftdruck ist höher als oben – er liegt bei rund 1060 Millibar. In zwei Kali-Flözen wird in drei Schichten 24 Stunden, sieben Tage die Woche gearbeitet. Das gewonnene Kali wird für Düngemittel verwendet, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, erklärt Florian Deiseroth, Grubenmaschineningenieur bei K+S. Die finnischen Gäste und Landrat Koch sind von der Größe des sich kilometerweit unter Tage erstreckenden Abbaugebiets beeindruckt. Vor allem im Norden Finnlands gibt es viele Bergwerke. In diesen werden Rohstoffe abgebaut, darunter Kupfer, Nickel und Platinmetalle.

Um die Strecken in Wintershall zu stabilisieren, drehen riesige Bohrwagen 1,25 Meter lange Firstanker in die aus Steinsalz bestehende Decke. Diese halten die unterschiedlichen Gesteinsschichten zusammen, sagt Deiseroth. Ein Firstanker trage 15 Tonnen.

Nach gut zwei Stunden in der Kali-Grube, fahren alle wieder nach oben. Frisch geduscht – der Kalistaub ist überall gewesen – geht es für die Finnen und Landrat Koch weiter zum Monte Kali.

Glückauf: Landrat Michael Koch und Finnen aus Partnerstadt Hyvinkää für besichtigten K+S-Grube: Kai Helminen (von links), Christine Trinks (persönliche Referentin des Landrats), Pentti Halonen, Aki Korpela, Tuija Linna-Pirinen, Landrat Michael Koch, Florian Deiseroth (Grubenmaschineningenieur K+S), Pekka Laine und Jyriki Mattila (Stadtdirektor von Hyvinkää). Foto: Pelle Faust

Dessen Grundfläche erstreckt sich laut Betriebsassistentin Simone Wigbers über 100 Hektar. Derzeit ist der Salz-Berg rund 500 Meter hoch (über Normalnull). Er muss zu Fuß erklommen werden, wobei die Steigung nicht unerheblich ist. Festes Schuhwerk und eine gewisse körperliche Fitness sind Grundvoraussetzung für den Aufstieg. Auch auf dem Monte Kali müssen die Besucher Sicherheitswesten und Schutzbrillen tragen. Leicht außer Atem und verschwitzt auf dem Haldenplateau angekommen, entschädigt der schöne Ausblick auf die osthessische Landschaft die Mitglieder der finnischen Delegation für die Mühen des Aufstiegs.

Da die genehmigte Haldenfläche fas ausgeschöpft ist, hat K+S eine Haldenerweiterung für weitere zehn Jahre beantragt. Rund 1200 Tonnen Rückstand landen jede Stunde auf dem Monte Kali, erklärt Wigbers.

Dann geht es wieder nach unten, wobei sich aufgrund der sandigen Konsistenz des künstlichen Bergs die Schuhe mit dem feinkörnigen salzigen Untergrund füllen.

Von Christina Zapf

Quelle: HNA

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