Digitale Tour durch das Kalirevier

Neue Online-Plattform zeigt Gegenwart und Geschichte des Kalibergbaus in der Region

Bergbau auf dem Bildschirm: (von links) Johanna Manns vom Regionalforum, Entwickler Guido Kamm, Regionalmanagerin Sigrid Wetterau, Museumsleiter Hermann-Josef Hohmann und Bürgermeister Daniel Iliev präsentieren das neue Portal geoorte.de, mit dem Besucher und Einheimische das Kalirevier erkunden können.
+
Bergbau auf dem Bildschirm: (von links) Johanna Manns vom Regionalforum, Entwickler Guido Kamm, Regionalmanagerin Sigrid Wetterau, Museumsleiter Hermann-Josef Hohmann und Bürgermeister Daniel Iliev präsentieren das neue Portal geoorte.de, mit dem Besucher und Einheimische das Kalirevier erkunden können.

Einen digitalen Streifzug durch die mehr als 125-jährige Bergbaugeschichte können Besucher und Einheimische künftig im hessisch-thüringischen Kalirevier unternehmen.

Heringen - Möglich macht das die neue Internetseite geoorte.de, die das Heringer Werra-Kali-Bergbaumuseum in Kooperation mit Guido Kamm von der Internetagentur dd-media aus Kleinensee und dem Bad Hersfelder Texter Eckart Büxel erstellt hat. Internetbasiert und ohne eine App zu installieren, sollen Geschichte und Gegenwart des Bergbaus virtuell erlebbar gemacht werden – sowohl am heimischen Computer, als auch direkt vor Ort per Smartphone oder Tablet während einer Radtour oder Wanderung.

Die Basis dafür bilden sogenannte Geodaten. Anhand der jeweiligen Koordinaten würden die vorgestellten Orte punktgenau auf einer digitalen Karte dargestellt, erklärte Guido Kamm, der für die technische Umsetzung verantwortlich war, bei der Vorstellung des Angebots im Heringer Kalimuseum. Zu jeder Station ließen sich in der Datenbank neben Fotos und Texten auch Audio- und Filmdateien und sogar sogenannte Augmented-Reality-Inhalte, welche die Einblendung computergenerierter Zusatzinformationen oder virtueller Objekte auf dem Bildschirm ermöglichen, hinterlegen.

Aktuell sind auf der Seite bereits Texte und Fotos zu mehr als 30 Orten mit Bergbau-Bezug in der Stadt Heringen sowie der Gemeinde Philippsthal abrufbar. Dazu zählen neben den Schacht- und Produktionsanlagen beispielsweise die Wasserkraftwerke an der Werra, der Containerbahnhof Werra-Kombi-Terminal, die ehemalige Bergarbeiter-Wohnanlage Hattorfer Platz, die Munitionsanstalt Herfa-Neurode oder die Hersfelder Kreisbahn als einziger westdeutscher Schienenweg für den Kalitransport zur Zeit der deutschen Teilung.

„Das ist aber längst nicht alles, was man erzählen kann“, betonte Musemusleiter Herrmann-Josef Hohmann. Schrittweise soll die Datenbank deshalb mit weiteren Inhalten gefüttert werden – zunächst mit Einträgen zum Thema Bergbau, beispielsweise aus dem thüringischen Teil des Kalireviers. Dazu sucht das Kalimuseum Unterstützer, die Spaß daran haben, sich mit der Region auseinandersetzen und Beiträge zu verfassen. Aber auch bereits bestehende Informationsangebote ließen sich einbinden, unterstrichen Kamm und Hohmann. Um die Besucher auf das digitale Angebot aufmerksam machen, sollen an den zentralen Orten im Revier Schilder mit QR-Codes angebracht werden. Per Smartphone können darüber nicht nur Informationen zur jeweiligen Station aufgerufen werden, den Nutzern wird zugleich angezeigt, was es rund um den Bergbau im näheren Umkreis noch zu entdecken gibt. Laut Hohmann ist die Plattform jedoch keineswegs auf dieses Themenfeld beschränkt. So könnten später auch Inhalte zur Grenzgeschichte, Kirchen, Schlössern, Burgen und Wanderwegen, aber auch Rast- und Einkehrmöglichkeiten aufgenommen werden, die es den Nutzern ermöglichen, die Region nach ihren Interessen zu erkunden.

Das Erstellen von Plattform und ersten Inhalten hat insgesamt rund 9900 Euro gekostet. Das Projekt wurde zu 80 Prozent – mit rund 7900 Euro – über das Regionalbudget des Regionalforums Hersfeld-Rotenburg von Bund und Land Hessen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt Heringen als Träger des Kalimuseums beträgt rund 2000 Euro. (Jan-Christoph Eisenberg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare