Sie halten das Bergmännische hoch

Dieter Guderjahn engagiert sich für den Bergmannverein "Glückauf Wintershall"

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Vorsitzender Dieter Guderjahn nach der „Kirchschicht“ beim Tzscherperfrühstück.

Dieter Guderjahn war zunächst stellvertretender Vorsitzender und übernahm 2006 den Vorsitz des Bergmannsvereins "Glückauf Wintershall" in Heringen.

Die Gemeinschaft zwischen den Bergleuten zu pflegen, gewisse bergmännische Traditionen wieder aufzunehmen und zu aktivieren sowie sich nach außen hin selbst darzustellen, das waren die vorrangigen Ziele, als sich 1993 in Heringen der Bergmannsverein „Glückauf“ Wintershall neu formierte.

Bereits 1904 hatte sich in Heringen ein Bergmannsverein etabliert, dieser wurde jedoch im Dritten Reich im Zuge der Gleichschaltung wieder aufgelöst. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts fanden sich auf Anregung des Gewerkschafters Hans-Jürgen Schmidt wieder Bergmänner zusammen. Dieter Guderjahn wurde zunächst stellvertretender Vorsitzender und übernahm dann in 2006 den Vorsitz.

Unterdessen zählt der Verein nahezu 350 Mitglieder, aktive Bergmänner neben Rentnerinnen und Rentnern. In dem altehrwürdigen Kasino des Kaliwerks Wintershall hatten Mitglieder Räume als Vereinsheim restauriert, und hier trifft man sich zum Beispiel zu „Bergbierabenden“.

Als eine seiner Zielsetzungen betrachtet der Verein auch die Zusammenarbeit mit dem Werra-Kalibergbau-Museum in Heringen. Ein zentrales Anliegen der Bergmänner ist allerdings, zu einem ökumenischen Bergdankgottesdienst, einzuladen. Diese „Kirchschicht“ wird mit den örtlichen Pfarrern jährlich sehr bewegend in größerem Rahmen gestaltet und vereint Hunderte aus dem Werratal mit den Bergleuten.

Auch befreundete Bergmannsvereine aus verschiedenen Regionen Deutschlands kommen eigens dazu nach Heringen.

In einer selbstdarstellenden Parade zieht man dann unter den Marschklängen der Bergmannskapelle mit der in 2013 neu angefertigten Fahne zum Bürgerhaus, wo schließlich gemeinsam das Tzscherperfrühstück eingenommen wird. Tzscherper ist übrigens ein feststehendes Messer, das die Bergleute früher mit sich führten und auch beim Frühstück benutzten. Und so lässt man die Kirchschicht mit einem geselligen Beisammensein ausklingen und pflegt auf diese Weise die Gemeinschaft, und zwar nicht nur unter den Vereinsmitgliedern, sondern auch mit den Angehörigen, ja verbundenen Bürgern des Werratales und den auswärtigen Bergmannsfreunden.

Bergmänner bei einem Fürbittengebet im Februar beim Bergdankgottesdienst in der Heringer Stadtkirche: von links Thomas Jacob (Produktionsleiter Grube Hattorf - Wintershall), Bernd Stahl (Hauptamtlicher IGBCE-Funktionär, Beisitzer im Verein), Birgit Werner (Mitarbeiterin Werk Werra, stellvertretende Kassiererin im Verein) und Johannes Zapp (Grubenleiter Werk Werra, Beisitzer im Verein). 

Der Heringer Verein „Glückauf“ Wintershall besucht aber auch die befreundeten Vereine, so unter anderem aus anderen Regionen Hessens oder auch aus Westfalen, Sachsen und Thüringen, und beteiligt sich in deren Heimat zum Beispiel an Barbarafeiern. Einige Heringer nehmen auch an Europäischen Bergmanns- und Hüttentagen teil. Dieter Guderjahn, 1949 in Heringen geboren und gelernter Starkstromelektriker sowie passionierter Gewerkschafter, ist seit 2005 auch Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes im „Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine“.

Dass das „Bergmännische“ im Werratal mit gewissem Stolz hochgehalten wird, ist jedoch nicht zuletzt nur durch die rege Unterstützung vieler seiner Vereinsmitglieder zu bewerkstelligen – heißt es doch in einem alten Bergmannssprichwort: „Der Bergbau ist nicht eines Mannes Sache!“ (bm) 

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