Neuer Jugendarbeiter für Heringen und Obersuhl

Diakon Richard Ewald geht als Seelsorger in die Schulen

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Musik ist seine Leidenschaft: Diakon Richard Ewald ist seit April Jugendarbeiter der evangelischen Kirche für die Schulen in Heringen und Obersuhl.

Die Werratalschule und die Blumensteinschule sind Richard Ewalds Tätigkeitsschwerpunkte – als klassischen Schulsozialarbeiter sieht sich der 31-Jährige jedoch nicht.

Im April hat der gebürtige Thüringer die von der evangelischen Kirche neu geschaffene Stelle für schulstandortbezogene Jugendarbeit in Heringen und Obersuhl angetreten. „Die Idee dahinter ist, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind. Durch das Ganztagesangebot verbringen sie heute viel Zeit in der Schule“, erklärt der ausgebildete Diakon. 

Ziel sei es, Spiritualität dorthin zu tragen – „Nicht als Pflicht, sondern als Angebot“, betont Ewald, der sich als Ansprechpartner für die Jugendlichen begreift, der außerhalb des Lehrer-Schüler-Gefüges steht. Weiterer Aufgabenschwerpunkt des 31-Jährigen wird es künftig sein, im Kirchenkreis Strukturen für eine Jugendvertretung sowie die Weiterbildung Ehrenamtlicher in der kirchlichen Jugendarbeit aufzubauen.

Er selbst sei seit der Kindheit in Nordthüringen durch kirchliche Jugendarbeit geprägt worden. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er ein freiwilliges soziales Jahr in einem Seniorenheim. „Danach wusste, ich dass ich mit Menschen arbeiten möchte“, erinnert sich Richard Ewald. 

Nach dem Fachabitur entschied er sich deshalb für eine Ausbildung zum Diakon in Berlin. Absolventen dieses fünfjährigen Ausbildungsgangs verfügen über eine Doppelqualifikation aus theologischem Abschluss und staatlich anerkannter Ausbildung in einem Sozialberuf. Fast fünf Jahre lang war Richard Ewald in Brandenburg in der kirchlichen Jugendarbeit tätig.

Aus familiären Gründen entschied er sich vor rund zwei Jahren zum Wechsel nach Heringen, wo die Eltern seiner Frau leben. Zunächst arbeitete Ewald beim Jugendamt des Landkreises. Dort habe ihm aber der kreative Spielraum gefehlt. Dass im Vorgriff auf die Fusion der Kirchenkreise eine neue Jugendarbeiterstelle geschaffen wurde, sei für ihn deshalb ein echter Glücksfall. 

Die Verknüpfung von Schule und kirchlicher Jugendarbeit habe es in dieser Form in der Region bislang nicht gegeben. Das ermögliche es ihm, eigene Schwerpunkte zu setzen und Neues auszuprobieren – auch auf die Gefahr hin, dass mal ein Angebot keinen Anklang finden sollte.

„Die Seelsorge ist ein wichtiger Punkt“, unterstreicht er. Als Ansprechpartner in den Pausen zur Verfügung zu stehen, gehört für den Diakon ebenso dazu, wie Andachten oder gemeinsames Musizieren. In beiden Schulen hat der Jugendarbeiter inzwischen Theater-AGs etabliert, in Heringen außerdem eine Jungs-AG.

„Die Schüler hatten sich beklagt, dass es vorher nur eine Mädchen-AG gab. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem eigenen Männerbild. Es gibt eben nicht nur Gangsterrapper, sondern auch Familienväter“, erklärt Richard Ewald. Mit den übrigen Akteuren der kirchlichen und kommunalen Jugendarbeit in der Region stehe er inzwischen in regem Austausch berichtet Ewald, der auch die Kooperation mit den Kirchengemeinden ausbauen will.

Schwerpunkt seiner Arbeit sollen jedoch die Schulen bleiben, in denen sich Ewald von Lehrern und Schülern aufgenommen fühlt.

Offiziell ins Amt eingeführt werden soll Richard Ewald im Gottesdienst am Reformationstag in der Heringer Stadtkirche am Donnerstag, 31. Oktober. Beginn ist um 10 Uhr.

Zur Person

Richard Ewald (31) stammt aus Bleicherode in Thüringen. Nach seiner Ausbildung zum Diakon in Berlin war er als Gemeindediakon in Werder an der Havel tätig und arbeitete danach beim Jugendamt des Kreises Hersfeld-Rotenburg. Richard Ewald ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Heringen. In seiner Freizeit musiziert er und fährt Motorrad.

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