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Mittelzentrum: Bürgermeister Daniel Iliev sorgt sich um Heringens Status

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Wirtschaftliches Zentrum im Werratal: Bürgermeister Daniel Iliev fürchtet, dass Heringens Status als Mittelzentrum durch den neuen Landesentwicklungsplan geschwächt wird. Im aktuellen Entwurf werden Hohenroda und Wildeck statt der Kalistadt künftig Bad Hersfeld und Bebra zugeordnet.
Wirtschaftliches Zentrum im Werratal: Bürgermeister Daniel Iliev fürchtet, dass Heringens Status als Mittelzentrum durch den neuen Landesentwicklungsplan geschwächt wird. Im aktuellen Entwurf werden Hohenroda und Wildeck statt der Kalistadt künftig Bad Hersfeld und Bebra zugeordnet. © Jan-Christoph Eisenberg

Heringens Bürgermeister Iliev sieht durch den überarbeiteten Entwurf des hessischen Landesentwicklungsplanes die Kalistadt in ihrer Funktion als Mittelzentrum gefährdet.

Heringen – Der Grund für Daniel Ilievs Befürchtung: Die Gemeinden Hohenroda und Wildeck werden im Entwutf der Kreisstadt Bad Hersfeld beziehungsweise Bebra zugeordnet. Die Kalistadt ist zwar weiterhin als Mittelzentrum vorgesehen – als zu versorgende Kommune würde ihr jedoch neben dem Stadtgebiet selbst nur noch die Gemeinde Philippsthal zugerechnet.

„Wir verfügen über Fach- und Allgemeinmediziner, einen intakten Einzelhandel, zwei Grundschulen sowie eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, ein Ganzjahresbad, mehrere größere Arbeitgeber, von denen die gesamte Region profitiert, ein deutschlandweit bedeutsames Spezialmuseum für die Kali-Industrie sowie weitere kleinteilige Angebote, die bedeutsam für ein Mittelzentrum sind. Werden die Gemeinden Hohenroda und Wildeck künftig nicht mehr Heringen zugeordnet, bedeutet dies eine Schwächung des gesamten Ostkreises. Dagegen wehren wir uns“, kündigt Iliev an.

Die Landesregierung könne nicht einerseits eine beabsichtigte Stärkung des ländlichen Raumes propagieren, jedoch das Gegenteil umsetzen, meint der Bürgermeister: „Das Kalirevier ist seit jeher wirtschaftlicher Motor des Landkreises und damit einer ganzen Region. Welche Kommune ähnlicher Größe bietet sonst ein solch breit gefächertes Versorgungsangebot?“

Das hessische Wirtschaftsministerium argumentiert hingegen auf Nachfrage unserer Zeitung, dass mit der Neuzuordnung bestehende Verflechtungen besser abgebildet werden sollen. Neben der Erreichbarkeit seien dazu Kriterien wie die Schülerausrichtung und die Anbindung über den öffentlichen Personennahverkehr herangezogen worden, erklärt Ministeriumssprecher Wolfgang Harms: „Hohenroda wurde dem Mittelbereich Bad Hersfeld insbesondere aufgrund der besseren Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr und der Schülerverflechtung zugeordnet. 62 Prozent der Hohenrodaer Schüler besuchen eine gymnasiale Oberstufe in Bad Hersfeld.“ Beide Kriterien hätten auch den Ausschlag bei der Zuordnung Wildecks zum Mittelbereich Bebra gegeben: „So besuchen 50 Prozent der Wildecker Schüler eine gymnasiale Oberstufe in Bebra, aber nur 33 Prozent eine Schule in Heringen“, merkt der Ministeriumssprecher an.

Für Bürgermeister Daniel Iliev ist hingegen klar: Sollten die Pläne der Landesregierung umgesetzt werden, gebe es keine Gewinner, sondern der gesamte Ostkreis verliere. „Die Stadt Heringen könnte ihre Mittelzentrumsfunktion verlieren und die Wege für die Bürgerinnen und Bürger im Ostkreis würden länger werden“, sagt Iliev. Neben finanziellen Einbußen durch den Wegfall von Sonderzuweisungen würde sich ein Verlust des Status Mittelzentrum auch negativ auf die Genehmigungsfähigkeit von Einzelhandels- und Gewerbeansiedlungen, die Zuweisung von Facharzt-Sitzen sowie den Erhalt der Oberstufe auswirken, fürchtet der Rathauschef.

Der Magistrat habe sich deshalb auf Initiative Ilievs gegen den Planentwurf ausgesprochen. „Wir erwarten vom Land ein klares Votum für das Mittelzentrum Heringen“, betont der Bürgermeister.

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