Vom Schüler zum Direktor

Christoph Peters leitet die Werratalschule in Heringen

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Ist seiner Wirkungsstätte treu geblieben: Christoph Peters ist seit dem Schuljahreswechsel der neue Leiter der Heringer Werratalschule. Der 40-Jährige hat hier im Jahr 1999 Abitur gemacht.

Der 40-jährige Christoph Peters aus Nentershausen ist neuer Direktor der Werratalschule in Heringen. 1999 hatte er selbst dort sein Abitur gemacht. 

Die Heringer Werratalschule kennt Christoph Peters aus zwei Perspektiven: 1999 hat der 40-Jährige aus dem Nentershäuser Ortsteil Süß hier sein Abitur abgelegt, im Jahr 2008 ist er als Lehrer zurückgekehrt.

Nun hat der die Nachfolge des bisherigen Schulleiters Michael Arendt angetreten, der zum Schuljahreswechsel in den Ruhestand gegangen ist (unsere Zeitung berichtete). Bereits seit dem Jahr 2016 war Peters stellvertretender Schulleiter. Die Abläufe sowie das Lehrer- und Mitarbeiterteam zu kennen – zu wissen, wie die Schule „tickt“ – habe ihm den Start deutlich erleichtert. Dennoch sei durch Corona nun alles anders. Der neue Schulleiter spricht von „fordernden Zeiten“, auf die sich die Schule gewissenhaft vorbereitet habe: „Mein Arbeitsschwerpunkt in den vergangenen Wochen war es, einen regulären Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen zu organisieren“. Dabei gelte der Leitsatz: So viel Normalität wie möglich, aber gleichzeitig das Risiko minimieren. Die Hygiene- und Abstandsregeln müssten stets den aktuellen Vorgaben und Notwendigkeiten angepasst werden. Schülern und Kollegium bescheinigt der Direktor im Umgang mit den Einschränkungen eine große Disziplin.

Dass der Distanzunterricht während der pandemiebedingten Schulschließungen eine Ausnahmesituation dargestellt habe, zeige sich nun in Form sehr unterschiedlicher Lernfortschritte der Schüler. Um Defizite aufzuholen und Lücken zu schließen, wurden zusätzliche Lernzeiten für die Klassen fünf bis sieben sowie fachbezogene Förderkurse ab dem achten Schuljahr eingeführt. Die Weiterführung dieses Konzepts solle auch über Corona hinaus ein wesentlicher Baustein der Schulentwicklung sein, um die Jugendlichen individuell zu fördern und ans selbstständige Lernen heranzuführen, betont Christoph Peters.

Alles unter einem Dach vereint

Die überschaubare Größe und die familiäre Atmosphäre der Werratalschule sieht der Pädagoge dabei als großen Vorteil. Nirgendwo sonst in der Region seien von der Förderstufe bis zum Abitur alle Bildungsgänge unter einem Dach vereint. Das sorge für eine hohe Durchlässigkeit, ohne dass ein Schüler aus seinem gewohnten Umfeld gerissen werde: „Viele unserer Abiturienten waren zunächst Realschüler“, verdeutlicht der 40-Jährige.

Sein neues Amt habe er auch mit dem Ziel angetreten, das vielfältige Bildungsangebot der Werratalschule aufrecht zu erhalten – auch wenn es derzeit coronabedingt nicht ohne Abstriche gehe, weil beispielsweise die Bläserklassen nicht wie gewohnt in der Gruppe musizieren dürfen.

Entscheidender Faktor für eine Schule auf dem Land sei, sich gut mit ihrem Umfeld – den umliegenden Grundschulen und Kooperationspartnern wie Firmen und Kommunen – zu vernetzen, ist Peters überzeugt. Der neue Schulleiter bezeichnet sich dabei als Freund eines offenen Umgangs und persönlicher Gespräche: „Viele Missverständnisse und Konflikte lassen sich vermeiden, wenn vernünftig miteinander geredet wird“. (Jan-Christoph Eisenberg)

Zur Person

Christoph Peters (40) kommt aus Nentershausen-Süß. Nach dem Abitur an der Heringer Werratalschule absolvierte er zunächst ein duales Studium zum Diplom-Betriebswirt und danach ein Lehramts-Studium mit den Fächern Mathematik sowie Politik und Wirtschaft. Peters ist verheiratet und hat zwei Söhne.

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