Bahn: Heringer Stadtverordnete wollen wieder Personenverkehr

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Nur noch Güterverkehr: Der Bahnsteig am Heringer Bahnhof ist bere its seit Jahrzehnten verwaist. Geht es nach den Heringer Stadtverordneten und Bürgermeister Daniel Iliev, sollen hier wieder regelmäßig Personenzüge halten.

Heringen – Für seinen Vorstoß, den Personenverkehr auf der Bahnstrecke durchs Werratal wieder aufzunehmen, hat Heringens Bürgermeister Rückendeckung vom Stadtparlament bekommen.

Einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion beschlossen die Stadtverordneten am Donnerstagabend im Heringer Bürgerhaus bei zwei Enthaltungen einstimmig. Mit dieser Entscheidung unterstützen die Stadtverordneten die Idee des Rathauschefs und wollen nach den entsprechenden Sondierungsgesprächen mit dem Düngemittelhersteller K+S, den Nachbargemeinden und dem Regionalmanagement Nordhessen über den Sachstand informiert werden.

Anlass für den Vorstoß des Bürgermeisters waren die kurz vor Weihnachten bekanntgewordenen Pläne des Düngemittelherstellers K+S, im Laufe des Jahres die ehemalige Grenzumgehungsstrecke von Unterbreizbach nach Vacha wieder für den Güterverkehr in Betrieb zu nehmen. Durch diesen Lückenschluss wäre die Schienenverbindung durchs Werratal von Gerstungen über Heringen und Heimboldshausen nach Bad Salzungen wieder durchgängig befahrbar – allerdings nicht wie vor der Grenzziehung auf direktem Weg zwischen Vacha und Philippsthal, sondern mit Umweg über die Grubenanschlussbahn nach Unterbreizbach und den steigungsreichen Abschnitt nach Vacha.

Iliev will Synergien dieses Vorhabens dazu nutzen, den öffentlichen Nahverkehr deutlich auszubauen. Unterstützung fand dieser Vorstoß bereits bei der Ortsgruppe Bebra der Lokführergewerkschaft GDL, die einen Lückenschluss im Werratal auch im Zusammenhang mit dem geplanten Deutschland-Takt als sinnvoll erachtet (unsere Zeitung berichtete).

Vor der Abstimmung bezeichnete Alfred Rost (SPD) den geplanten Netzausbau durch K+S als Chance, eine klimafreundliche und nachhaltige Verkehrsinfrastruktur für die Menschen in Heringen und Philippsthal zu schaffen. Der Fraktionsvorsitzende wies darauf hin, dass auch aus der Nachbargemeinde Unterstützung für das Projekt in Sicht sei – die Philippsthaler Sozialdemokraten haben für die nächste Gemeindevertretersitzung bereits einen vergleichbaren Antrag angekündigt.

Skeptisch äußerte sich hingegen Ute Marhold (WGH): Mit Blick auf die niedrige Bevölkerungsdichte sehe zwar keine Aussicht auf Erfolg, wenngleich sie die Idee prinzipiell begrüße: „Lasst es uns also versuchen“.

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