Große Investitionen in den Brandschutz

Anbau für die Feuerwache in Heringen

Soll erweitert werden: Der Anbau für die Feuerwache der Heringer Kernstadt in der Werraaue kostet voraussichtlich rund 1,65 Millionen Euro.

Heringen. Massive Investitionen in den Brandschutz stehen in der Stadt Heringen bevor.

Bei acht Gegenstimmen genehmigten die Stadtverordneten am Donnerstagabend während ihrer Sitzung im Heringer Bürgerhaus zusätzliche 590 000 Euro für die Erweiterung des Feuerwehrhauses in der Kernstadt. Mehrheitlich, bei ebenfalls acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, stimmte das Stadtparlament der Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehren zu. Dieser sieht unter anderem den Neubau des Herfaer Feuerwehrhauses für rund 600 000 Euro im Jahr 2022 vor. Außerdem sollen alle Standorte für je 25 000 Euro Mannschaftstransport- beziehungsweise Mehrzweckfahrzeuge erhalten, die bislang teilweise von den Feuerwehrvereinen beschafft worden waren.

Die Feuerwache in der Werraaue aus den 1980er-Jahren entspricht in mehreren Bereichen nicht mehr den aktuellen Vorschriften. Bürgermeister Daniel Iliev sprach von „katastrophalen Zuständen“ – insbesondere mit Blick auf die Stellplatzkapazitäten. Das Gebäude soll deshalb um drei Fahrzeugstellplätze, eine normgerechte Atemschutzwerkstatt sowie weitere Räume für Katastrophenschutz, Ausbildung, Aufenthalt und Verwaltung erweitert werden. Die Baukosten von rund 1,65 Millionen Euro – ein Teil davon ist bereits in den Haushalt beziehungsweise in den Investitionsplan eingestellt – übersteige zwar die ursprünglich anvisierte Grenze von 800 000 Euro, dennoch sei die Variante ein „Minimalkonsens“, verdeutlichte der Rathauschef. Ein Neubau beispielsweise schlage mit rund 3,7 Millionen Euro zu Buche.

Von nachvollzeihbaren Bauchschmerzen sprach angesichts der Baukosten der SPD-Fraktionsvorsitzende Alfred Rost, die Zustimmung sei vor allem eine Willensbekundung, um auf die Prioritätenliste des Landes aufgenommen zu werden. „Ich kann mit ruhigem Gewissen zustimmen“, betonte Thomas Mötzing. Die Investition in den Brandschutz diene der Sicherheit aller Bürger, betonte der WGH-Stadtverordnete, der zudem Bund und Land stärker in der Pflicht sah, die Kommunen stärker zu unterstützen. Von einem angesichts der Haushaltslage falschen Signal sprach hingegen Eckhard Bock (CDU).

Sein Fraktionskollege Gunter Hoch sah auch im Bedarfs- und Entwicklungsplan die falsche Strategie: Angesichts rückläufiger Einatzkräftezahlen setzt Hoch auf eine zentrale Feuerwache, von der aus die mit Mannschaftswagen aus den Stadtteilen eintreffenden Feuerwehrleute nachrückende Fahrzeuge besetzen könnten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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