Rotterterode weiht sein Haus der Dorfgemeinschaft ein

Da passen alle rein

Der Kirchheimer Bürgermeister Manfred Koch (2.v.links) übergab den Schlüssel für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Rotterterode, den er zuvor von Architekt Gordon Lockhart (rechts) erhalten hatte, weiter an die Ortsvorsteherin Antje Lippert. Dabei waren Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, die Vorsitzende des Dorferneuerungsbeirates, Iris Hofmann-Klump, und Frau Torreiter vom Fachdienst für den ländlichen Raum (von links). Foto : Löwenberger

Rotterterode. „Wenn man noch ein paar Stühle dazu stellt, finden alle Rotterteröder gleichzeitig Platz in ihrem neuen Dorfgemeinschaftshaus“: Das stellte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt am Freitagabend bei der offiziellen Übergabe der neuen Räume fest. Dies sei einmalig im gesamten Kreisgebiet.

Tatsächlich ist der Saal des von Architekt Gordon Lockhart geplanten Neubaus für 60 Personen ausgelegt, 75 Menschen leben derzeit in dem kleinen Kirchheimer Ortsteil. Einzigartig sei auch die besondere Kombination von Küche und Theke, bescheinigte der Landrat. Uschi Dostler vom Kirchenvorstand ging noch weiter. Ihr Vorschlag, man könne die Theke auch als Altar benutzen und so den sonntäglichen Kirchgang eng mit dem Frühschoppen verbinden, fand besonders bei den Männern viel Verständnis und Zustimmung.

Viel Mut und ein sicheres Auge bei der Farbauswahl bestätigte Lockhart den Rotterteröder Frauen, allen voran Ortsvorsteherin Antje Lippert und Iris Hofmann-Klump, Vorsitzende des Dorferneuerungsbeirats. Der Architekt gab gleich noch eine Farbanalyse dazu. Das linde Grün der Außenwände zeuge von Harmonie und Verbundenheit mit der Natur, das Gelb der Innenwände stehe für Leichtigkeit und Freude und die Orange- und Rottöne in Fußboden und Gardinen brächten Aktivität, Bewegung und Hitze.

Wärme aus der Luft

Letzteres war wohl ein Grund dafür, dass Bürgermeister Manfred Koch in dem mit einem Luft-Wärmepumpe-System beheizten Gebäude bei seiner Rede ordentlich ins Schwitzen kam. „Vom Bethaus zum Dorfgemeinschaftshaus“ hatte er seinen Beitrag überschrieben, in dem er unter anderem von „vielen Stunden voller Diskussionen, Planungen und Überlegungen“ berichtete, die oftmals auch bis spät in die Nacht gedauert hätten, die sich aber jetzt mit dem gelungenen Gebäude und einem sehr schönen, neuen Dorfmittelpunkt bezahlt machten. „Im Zentrum von Rotterterode schlägt nun ein neues Herz“, resümierte der Bürgermeister.

In der Form erinnern der Eingangsbereich des neuen DGH mit Windfang, einem kleinen Vereinsraum, dem original wieder aufgebauten Glockenturm, behindertengerechten Toiletten und der angebauten Bushaltestelle an das alte Bethaus, das wegen seiner maroden Bausubstanz nicht zu erhalten war. Der angebaute Saal kann mit einer Mobiltrennwand an verschiedene Veranstaltungsgrößen angepasst werden. Daran angeschlossen sind ein Nebenraum, der als Buffet- oder Bühnenbereich genutzt werden kann, und die modern eingerichtete Küche mit separatem Eingang. Die blieb zwar am Freitagabend kalt, aber dafür gab es einen deftigen Imbiss mit „ahler Worscht“, Schwartenmagen, Brotkuchen und anderen herzhaften Zutaten, und dass sich Rotterteröder mit ihren Gästen in ihrem neuen Ambiente wohlfühlten, war unübersehbar.

Von Bernd Löwenberger

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