„Das Leben ist Begegnung“

Werner Ewald ist seit 30 Jahren Pfarrer der Kirchengemeinde Niederaula

Anlässlich seiner 30 Dienstjahre als Pfarrer bedankte sich Werner Ewald (zweiter von rechts) bei zahlreichen Gemeindegliedern für ihre Arbeit
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30 Jahre in der Kirchengemeinde Niederaula: Anlässlich seiner 30 Dienstjahre als Pfarrer bedankte sich Werner Ewald (zweiter von rechts) bei zahlreichen Gemeindegliedern für ihre Arbeit, unter ihnen beispielsweise Vertreter der Kirchenmusik, der Diakonie und des evangelischen Kindergartens.

Seit genau 30 Jahren steht Werner Ewald dem evangelischen Pfarramt Niederaula I, dem auch Kerspenhausen angehört, vor.

Niederaula – Anfang der 1990er Jahre hatte Niederaula ein halbes Jahr lang keinen eigenen Pfarrer. Dementsprechend groß war die Freude beim Vorstellungsgottesdienst des neuen Amtsträgers. An diesem Tag, Samstagabend, 9. November 1991 wurde Werner Ewald als Pfarrer in der Marktgemeinde Niederaula willkommen geheißen.

Doch die Arbeit in der Kirchengemeinde ist für ihn vor allem eins: Die Begegnung mit allen Gemeindegliedern und das Zusammenwirken sämtlicher Institutionen und Gruppen. Pfarrer Ewalds Ziel war und ist „für alle erreichbar und ein Ansprechpartner zu sein.“ Als ein zentrales Motto in seinem Alltag zieht Ewald gerne ein Zitat von Martin Buber heran: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ In diesem Sinne ist Ewald besonders dankbar für die Begegnung mit seiner Ehefrau Karin und für all die Begegnungen innerhalb der Gemeinde. Diese kommen größtenteils auch wegen des Konzepts der offenen Kirche zustande. Regelmäßig kommen laut Organistin Isabel Thomson Radfahrer und Pilger vorbei. „Das Gästebuch ist immer voll“, ergänzt Ewald.

Probezeit abgeschlossen: Werner Ewald bei seinem Einführungsgottesdienst im Februar 1994.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich in und um Niederaula natürlich einiges getan. Es wurden neue Initiativen und Aktionen ins Leben gerufen, es gab personelle Veränderungen und die Corona-Pandemie hat zuletzt dafür gesorgt, dass die Kirche gänzlich neue Wege gehen musste.

Die Herausforderung sei es jetzt, einen Mittelweg zwischen Tradition und Neuem zu finden. Traditionen seien wichtig, man dürfe sich aber nicht auf ihnen ausruhen nach dem Motto „das haben wir schon immer so gemacht“, meint Ewald. Sein Ziel sei es, neue Akzente zu setzen.

Ein beständiger Schwerpunkt, der dennoch immer im Wandel ist, ist die Musik in der Kirchengemeinde. So gibt es seit 118 Jahren den Posaunenchor, seit beinahe 90 Jahren den Kirchenchor und seit über 20 Jahren einen Kinderchor. Darüber hinaus gibt es in der Gemeinde noch die Jungbläser, ein Instrumentalensemble sowie die „Klangfarben“ in Kerspenhausen. Insbesondere in den altersmäßig jungen Gruppen gibt es eine ständige Fluktuation.

Gerade die Arbeit mit jungen Menschen bringt Pfarrer Ewald Freunde: „Die Arbeit mit den neuen Konfi-Gruppen ist jedes Jahr spannend. Die Jugendlichen bringen sich ein und stellen Fragen“, freut er sich.

Werner Ewald ist in Harmuthsachsen im Werra-Meißner-Kreis geboren und hat in Hessisch Lichtenau Abitur gemacht. In Marburg, Heidelberg und Bern studierte Ewald Theologie. Im Anschluss absolvierte er sein Vikariat im Kirchenkreis Gelnhausen. Es folgte der Umzug nach Niederaula und der Antritt der Pfarrstelle im November 1991. Im folgenden Jahr heirateten Werner und Karin Ewald. Sie haben zwei erwachsene Kinder. In seinen letzten Jahren als Pfarrer begleitet Ewald das Projekt der Neugestaltung des Grundstücks neben der Kirche, wo vor einigen Jahren der Kindergarten abgerissen wurde. (Laura Hellwig)

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