24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr

Rund um die Uhr im Einsatz in Niederaula

Mit Umsicht Menschen retten: Eines der vielen Einsatzszenarios für die Niederaulaer Jugendwehren sah einen schweren Verkehrsunfall vor, bei dem die Insassen aus dem Auto freigeschnitten und dann mithilfe eines sogenannten Spineboards herausgehoben werden mussten. Foto: FFW Niederaula

Niederaula. Wie Berufsfeuerwehrleute konnten sich kürzlich 16 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehren aus Niederaula und Niederjossa fühlen – und zwar 24 Stunden am Stück. Geplant und organisiert wurde die erste 24 Stunden-Übung vom Gemeindejugendfeuerwehrwart Thorsten Nuhn und seinen fleißigen und engagierten Helfern.

Um neun Uhr trafen sich die Nachwuchsbrandschützer. Der Tag begann mit einem leckeren Frühstück, doch schon nach wenigen Minuten piepsten die Melder. Die Brandmeldeanlage am Hochbehälter in Niederaula hatte ausgelöst – ein Fehlalarm.

Der Nachwuchs nutzte aber die Gelegenheit, denn der Wassermeister zeigte den Jungs und Mädchen, wo das Leitungswasser herkommt. Im Anschluss stand der erste Unterricht zu den Themen Digitalfunk und Fahrzeugkunde auf dem Programm.

Nach dem Mittagessen wurde um 14.15 Uhr zum nächsten Einsatz gerufen: „Im alten Sportlerheim brennt es und Personen werden auch vermisst.“ Nach diesem anspruchsvollem Einsatz stand auch schon gleich der nächste Termin an: Die Übergabe des neuen Jugendfeuerwehrzeltes, das die Jugendwehr beim Vereinsvoting der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg gewonnen hatte.

Gegen 16 Uhr wurden die Jugendwehren zum Bauhof in Mengshausen gerufen. Dort war es beim Umfüllen einer unbekannten Flüssigkeit zu einem Unfall gekommen. Ein Bauhofmitarbeiter wurde durch die giftigen Dämpfe bewusstlos und riss im Sturz das Fass mit um.

Zurück im Gerätehaus gab es Würstchen vom Grill während die Mitarbeiter der benachbarten Rettungswache dem Nachwuchs den Rettungswagen näher zeigten. Und schon wieder piepste der Melder. Im Industriegebiet hatte sich ein Unfall ereignet, Personen waren im demolierten Auto eingeschlossen. Bei diesem Szenario durfte jeder unter Anleitung der Einsatzabteilung einmal mit Rettungsschere und Spreizer arbeiten, was den Jungen und Mädchen sichtlich Spaß machte.

Vermisstensuche in der Nacht

Gegen 22.15 Uhr wurden die Jugendlichen zum letzten Einsatz des Tages alarmiert: Vermisste Person am neuen Sportplatz Niederaula. In alle Himmelsrichtungen schwärmten die Suchtrupps (jeweils mit einer Einsatzkraft) in die gespenstische Nacht aus, bis die Person gefunden wurde.

Geweckt wurde am nächsten Morgen mit dem Funkmeldeempfänger – ein Zimmerbrand in Niederjossa mit einer vermissten Person.

Sichtlich erschöpft, aber glücklich machten die Kinder und Jugendlichen danach „Feierabend“. Unterstützt wurden sie von zwei Jugendwartinnen und deren Stellvertretern, sowie 15 Einsatzkräften aus den Wehren Niederaula und Niederjossa. Auch Bürgermeister Thomas Rohrbach besuchte die jugendlichen Brandschützer bei den Übungen. (red/zac)

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