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Platz für Flüchtlinge: Gemeinde Niederaula bietet Wohnungen an

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Von: Mario Reymond

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Die Gemeinde Niederaula stellt Wohnungen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereit.
Die Gemeinde Niederaula stellt Wohnungen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereit. © Sven Hoppe/dpa

Ohne Gegenstimme haben die Niederaulaer Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstagabend in Niederjossa beschlossen, gemeindeeigenene Wohnungen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereitzustellen.

Niederjossa – Dieser von der Listenverbindung aus Bürgerliste, CDU und Grünen formulierte Antrag hatte zunächst den Weg per Dringlichkeit, mit der nötigen Zweidrittelmehrheit – und zwar einstimmig – auf die Tagesordnung gefunden.

In der Sache zwar einig, den betroffenen Menschen helfen zu wollen, entspann sich bei der Form der Umsetzung eine abendfüllende Diskussion.

So wollte Wolfgang Köhler für die Grünen die Aufgabe der Quartiersuche komplett auf den Gemeindevorstand abwälzen, was wiederum den Bürgermeister auf den Plan rief, der seinerseits einen wegweisenden Beschluss der Gemeindevertretung in den Händen halten wollte. Das Parlament könne sich aus seiner Sicht nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen, hatte er betont. Dies wiederum bewertete Wolfgang Köhler vollständig anders. Seiner Meinung nach könne die Gemeindevertretung sehr wohl eigene Ideen entwickeln, die dann per Beschluss an den Gemeindevorstand übertragen werden, um durch diesen noch einmal verfeinert und bearbeitet zu werden.

Während einer zehnminütigen Sitzungsunterbrechung tauschten sich die Fraktionsvorsitzenden noch einmal über die Thematik aus. So wurde zum Abschluss der Sitzung dann doch noch ein Konsens gefunden.

Die Marktgemeinde Niederaula wird nun dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg gemeindeeigene Wohnungen zur Verfügung stellen. Flüchtlinge könnten demnach in eine leer stehende Wohnung an der Altstadt einziehen, für die es auch zwei Mietbewerber gegeben hätte. Ebenfalls angeboten wird eine weitere Wohnung in der Altstadt, die jedoch noch bewohnt ist. Mit dem derzeitigen Mieter befindet sich die Marktgemeinde noch im Rechtsstreit. Eine Räumungsklage gegen den derzeitigen Bewohner ist anhängig. Ebenfalls ausgewählt, um Menschen aus der Ukraine aufzunehmen, wurde ein gemeindeeigenes Wohnhaus in Mengshausen.

Weiterhin beschloss die Gemeindevertretung, vorübergehend auch zwei noch auszuwählende Dorfgemeinschaftshäuser als Notunterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung stellen zu wollen. Die Auswahl dieser beiden Immobilien wurde auf den Gemeindevorstand übertragen. (Mario Reymond)

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