Abschluss der Dorfmoderation

Niederaulaer wollen einen Bürgerbus

+
Zur Abschlussveranstaltung der Dorfmoderation in Niederaula trafen sich jetzt einige Bürger.

Einen Bürgerbus wünschen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlussveranstaltung der Dorfmoderation in Niederaula.

Einige trugen sich auch gleich in Listen ein und erklärten sich bereit, als Fahrer ehrenamtlich aktiv zu werden. Weitere Interessenten für Fahrdienste können sich gerne bei der Gemeindeverwaltung melden, sagte Bürgermeister Thomas Rohrbach, der selbst ein wenig überrascht war über das plötzliche Interesse an einem Bürgerbus.

Den hatte Moderator Michael Schramek, der die Arbeitsgruppen zum Thema Mobilität leitete, als ein Element genannt, das relativ schnell umgesetzt und auch für ein Car-Sharing-Projekt in Niederaula eingesetzt werden könnte. Dass der Bürgerbus zu 100 Prozent vom Land Hessen bezuschusst wird, war ein zusätzlicher Anreiz.

Kurzfristig umgesetzt werden sollen auch sogenannte Mitfahrbänke, für die eventuell sogar die vorhandenen Bushaltestellen genutzt werden könnten. An den Bänken soll es Schilder geben, die das gewünschte Fahrziel angeben. Autofahrer die vorbeikommen, können dann eine Mitfahrgelegenheit anbieten. Da nach einer Umfrage, die Schramek in die Wege geleitet hat, täglich etwa 600 bis 700 Autos aus Niederaula nach Bad Hersfeld fahren, ist er zuversichtlich, dass die Mitfahrbank gut funktioniert. Ein lokaler Messengerdienst, zum Beispiel über WhatsApp, könnte zur Organisation und Sicherheit dienen, Denn die Sicherheitsfrage bewegte vor allem eine Mutter bei der Vorstellung, dass ihre Kinder die Mitfahrmöglichkeit nutzen.

Grundsätzlich wollen die Teilnehmer der Workshops zum Thema Mobilität erreichen, dass weniger Niederaulaer alleine mit dem eigenen Auto unterwegs sind und ein Car- und Bike-Sharing-Angebot einrichten. Der Bürgerbus könnte dann in das Car-Sharing-Angebot integriert werden und so Geld verdienen für Unterhalt und Neubeschaffung.

Weniger konkret waren die Ergebnisse aus dem zweiten Arbeitsbereich der Dorfmoderation, wo es um Versorgung mit Lebensmitteln und im Bereich Gesundheit ging sowie um die städtebauliche Innenentwicklung des Ortszentrums von Niederaula. Es habe zwar viele Ideen gegeben, aber keine Ergebnisse, berichtete Moderator Dr. Michael Glatthaar.

Das lag nicht an den Teilnehmern oder an der Gemeindeverwaltung, sondern vor allem daran, dass die Entscheidungen von den jeweiligen Eigentümern getroffen werden müssen. Unter anderem wurden folgende Themen diskutiert.

Neuer Standort für den Supermarkt: Eine Verlagerung und Erweiterung des Rewe-Marktes ist seit Jahren Thema, doch kann die Gemeinde bei Verhandlungen mit Grundstückseigentümern allenfalls unterstützen.

Die Versorgung mit Ärzten ist in Niederaula mittelfristig gut. Selbst wenn eine Arztpraxis schließt, würde sie noch funktionieren. Ein gemeinsamer Standort oder gar eine Gemeinschaftspraxis ist von den Akteuren nicht gewünscht.

Dorfmittelpunkt: Die Fläche gehört der Kirche. Der neu gewählte Kirchenvorstand will ab Frühjahr 2020 dazu Ideen entwickeln. Eine Verlegung des Eulenmarktes auf den Platz wurde vonseiten der Kirche abgelehnt.

Leerstand ist in Niederaula bei Wohnraum kein Problem (fünf Häuser, entsprechend 0,5 Prozent), wohl aber bei Geschäftshäusern. Die sieben leerstehenden Gebäude befinden sich alle im Ortskern, sind jedoch in Privatbesitz. (zac)

Kommentare