Gemeindevertretung Niederaula gab Widerspruch statt

Niederaula: Krippe kann doch gebaut werden

Hattenbach. Mit knapper Mehrheit hat das Niederaulaer Gemeindeparlament einem Widerspruch des Bürgermeisters stattgegeben und damit den Weg für den Krippenneubau freigemacht. 

Vollständig waren die Gemeindevertreterinnen und -vertreter der Marktgemeinde Niederaula zu ihrer jüngsten Sitzung in Niederaula angetreten. Hauptthema war die Bauleitplanung für das als Fläche für den Gemeinbedarf auszuweisende Gebiet „An der alten Leimkaute“. 

Hier soll eine neue Kinderkrippe gebaut werden. Mit knapper Mehrheit von 16:15 Stimmen sprach sich das Parlament in namentlicher Abstimmung diesmal für Flächennutzungs- und Bebauungsplan aus und machte so den Weg für den Neubau frei.

Hier soll die neue Krippe entstehen: Der Bebauungsplan „An der alten Leimkaute“ in Niederaula. 

Um den Standort für die Krippe hatte es im Vorfeld immer wieder heftige Diskussionen gegeben. In der August-Sitzung waren dann Flächennutzungs- und Bebauungsplan mit den Stimmen von Bürgerliste, Teilen der CDU und Grünem abgelehnt worden. Dagegen hatte Bürgermeister Thomas Rohrbach Widerspruch eingelegt, da dieser Beschluss das Wohl der Marktgemeinde gefährde. Diesem Widerspruch gab das Parlament nach heftiger Diskussion darüber, ob über einen Widerspruch überhaupt abgestimmt werden müsse, statt.

Mirko Siewert (CDU) und Michael Köhl (BLN) nutzten die Gelegenheit, diesmal ausführlich zu begründen, warum sie den Standort Leimkaute ablehnen. Dabei äußerten sie auch Kritik an der teilweise mit persönlichen Angriffen geführten Diskussion in den sozialen Netzwerken.

Siewert und Köhl machten auch deutlich, dass sie den zügigen Neubau einer Kindertagesstätte befürworten, jedoch nicht am Standort Leimkaute. Innerhalb der Listenverbindung würden der Kirchweg oder das Gebiet „An der Mulde“ favorisiert. Das habe sich auch im Abstimmungsverhalten in der Sitzung vom 20. April gezeigt, als sich in namenticher Abstimmung die meisten Vertreter der Listenverbindung für den Kirchplatz beziehungsweise die Mulde als Standort für die Kinderkrippe aussprachen (das in der Pressemitteilung von Bürgermeister Thomas Rohrbach in der HZ von Freitag wiedergegebene Abstimmungsergebnis ist leider ein Fehler unserer Zeitung).

Hauptkritikpunkte der Listenverbindung am Standort Leimkaute sind die Entfernung zum Kindergarten Schlitzer Straße, die vom BUND geäußerten Bedenken wegen einer möglichen Schadstoffbelastung durch Düngemittel, Herbizide und Pestizide im Boden.

Michael Köhl betonte, dass nach Ansicht der Bürgerliste gegen den Kirchweg leichtfertig Chancen für die Innenentwicklung des Ortskerns vergeben würden. Unterschiedliche Wahrnehmungen gibt es zum Willen der Besucher der Informationsveranstaltung im März. Köhl erinnert sich daran, dass damals die Mehrheit der Besucher die Standorte Kirchweg und Mulde favorisiert habe.

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste warf der Gemeindeverwaltung vor, bisher keine konkreten Kostenberechnungen für die einzelnen Standorte vorgelegt zu haben, bezeichnete die Bauleitplanung als unnötig und unsinnig und die Leimkaute als teuerste Lösung.

Dem widersprach Bürgermeister Thomas Rohrbach, der unter anderem darauf hinwies, dass die Entscheidung für die Leimkaute nach sorgfältiger Prüfung aller Vor- und Nachteile im Bauausschuss gefallen sei.

Alle Baugebiete der Gemeinde seien vorher landwirtschaftlich genutzt gewesen, betonte Rohrbach und bei der Veranstaltung im März sei vor allem der Wunsch nach einem Dorfplatz neben der Kirche geäußert worden. Eine Kostenberechnung aller möglichen Standorte würde „locker 30- bis 40 000 Euro kosten“, hielt der Bürgermeister den Behauptungen Köhls entgegen. (zac)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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