Dorfmoderation

In Niederaula: Ideen gegen Leerstand und für Belebung

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Niederaula – Mit der Infrastruktur in Niederaula, also Einkaufsmöglichkeiten, Leerstand von Geschäftsräumen und Wohnungen, befasste sich ein weiterer Workshop der Dorfmoderation.

Geleitet wurde er  von Dr. Michael Glatthaar und Raphael Schucht vom Planungsbüro „proloco“ aus Bremen und Göttingen.

Im Kernort Niederaula gibt es zwei Lebensmittelversorger, den Discounter Lidl am Ortsrand und den Vollversorger Rewe im Ortskern, zeigte Glatthaar in einer Präsentation die Ausgangslage auf. Weitere Lebensmittelgeschäfte in den Ortsteilen gebe es nicht, es seien lediglich zwei mobile Bäcker unterwegs. Der Rewe-Markt werde aktuell den Kundenbedürfnissen nicht mehr gerecht. Eine Standortverlagerung oder Erweiterung und Modernisierung am vorhandenen Standort werde derzeit diskutiert. Eine Verlagerung an den Ortsrand bringt jedoch wieder die Frage der Erreichbarkeit mit sich.

In der Nachbargemeinde Breitenbach/H. gibt es gar keinen Supermarkt, in Kirchheim dagegen einen großen und modernen Rewe-Markt und den Discounter Aldi.

Dr. Michael Glatthaar stellte verschiedene Modelle aus anderen Regionen vor, unter anderem Lemkes rollenden Supermarkt aus Göttingen, der seit 1975 existiert und inzwischen mit 16 Fahrzeugen unterwegs ist, und das Unternehmen Marktschwärmer, das moderne Bauernmärkte mit Onlinebestellung und zentralen Abholstellen an inzwischen 40 Orten in den neuen Bundesländern organisiert.

Problematisch ist in Niederaula der Geschäftsleerstand. Sieben Läden bzw. gastronomische Betriebe vor allem an der Hauptstraße und der Bahnhofstraße stehen leer. Als Beispiele aus anderen Orten nannte Glatthaar den Jugendbau in Alsfeld mit Jugendcafé und Probenräumen, Junior-Schülerfirmen oder das noch nicht umgesetzte Projekt „Fit mit Fun“ in der Eifel.

Probleme mit Leerstand von Wohngebäuden gibt es dagegen derzeit in Niederaula nicht. In der Marktgemeinde stünden, so Glatthaar, gerade einmal vier Gebäude leer.

Dennoch stellte er verschiedene Wohnmodelle vor, die Leerstände verhindern helfen können, zum Beispiel barrierefreie Wohnprojekte in Eschwege und Hessisch-Lichtenau, die Wächterhäuser in Leipzig, bei denen leer stehende Gebäude mietfrei gegen Instandsetzung genutzt werden können, das Modell „Wohnen für Hilfe“, bei dem meist Studenten mietfrei wohnen und dafür im Haushalt und Garten helfen, oder die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser.

Zum Thema Gesundheitsversorgung fand eine eigene Veranstaltung mit den in Niederaula ansässigen Ärzten und Gesundheitsdienstleistern statt.

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