40 Jahre Krankenpflegestation

Niederaula: Diakonie mitten im Leben

Eine Torte für die Schwestern und Pfleger.

Mitten in der Kirche, mitten im Ort, mitten im Leben – so beschrieb Pfarrer Werner Ewald die Arbeit der Gemeinde-Diakonie-Station Niederaula, die ihr 40-jähriges Bestehen feierte.

Mitten in der Kirche, mitten im Ort, mitten im Leben – so beschrieb Pfarrer Werner Ewald die Arbeit der Gemeinde-Diakonie-Station Niederaula, die jetzt ihr 40-jähriges Bestehen feierte.

Mitten im Leben sein, nah bei den Menschen, ihren Alltag kennenlernen, ihre Sorgen und Nöte, das ist eine wesentliche Qualität der Arbeit der Diakoniestation. Das machte auch Dekan Dr. Frank Hofmann in seiner Festpredigt deutlich. „Mit Ihnen kommt immer auch die Kirche ins Haus.“ Diakonie sei eine Wesens- und Lebensäußerung der Kirche, betonte Hofmann. Eine Zuwendung an Seele und Leib für die Hilfsbedürftigen.

Er machte auch deutlich, dass es eine Ausnahme in der Landeskirche sei, dass eine Diakoniestation in kirchlicher Trägerschaft gehalten werde.

Enge Kooperation

Die Station sei von den Kirchengemeinden in Niederaula, Kirchheim, Breitenbach/H., Hauneck und Haunetal vor 40 Jahren in enger Kooperation mit den politischen Gemeinden ins Leben gerufen worden, erinnerte Pfarrer Thomas Funk, der Vorsitzende des Zweckverbandes. In den 70er Jahren sei deutlich geworden, dass die Pflege alter und kranker Menschen nicht mehr alleine von Angehörigen und der jeweiligen Diakonisse vor Ort geleistet werden könne, dass aber das Krankenhaus als letzte Station im Leben oft nicht der richtige Ort sei, schilderte Funk ein Gespräch mit einem der Mitbegründer, Pfarrer Reinhard Wolf. Zunächst habe man Ehrenamtliche für Krankenbesuche qualifiziert, doch bald erkannt, dass professionelle Pflege benötigt werde. Pflegestationen wurden dann auch vom Bundessozialministerium gefördert.

Die Diakoniestation begann 1979 mit fünf Schwestern, einer für jede Gemeinde. Autos sollten angeschafft werden, doch die gab es zunächst nicht.

Inzwischen arbeiten 50 Personen, 48 Frauen und zwei Männer für die Diakoniestation, berichtete Pflegedienstleiterin Monika Mogk, die ihrem „tollen und sehr engagierten Team“ dankte und auf die Möglichkeit hinwies, in der Station auch ausgebildet zu werden.

Immer mehr Ältere

Doch auch die Probleme und Herausforderungen sind ihr und allen anderen Verantwortlichen bekannt: Es gibt immer mehr ältere, pflegebedürftige Menschen, aber immer weniger Personal, das sich um diese Menschen kümmert. Die Arbeit ist anspruchsvoll und viele Pflegekräfte verlassen irgendwann ihren Beruf, weil sie sich ausgebrannt fühlen. Lösungsvorschläge für dieses Problem gab es nicht, wohl aber die Hoffnung, dass der christliche Glaube den Pflegekräften hilft, ihre Arbeit auch weiterhin zu tun. „Pflege ist eine Kunst“, stellte der Dekan voll Anerkennung fest.

Glückwünsche und Lob gab es auch von Bürgermeister Thomas Rohrbach, der im Namen seiner Bürgermeisterkollegen Dank sagte und ein Geldgeschenk für die Pflegekräfte überreichte.

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Isabel Thomson an der Orgel und der Kirchenband aus Hauneck gestaltet. Anschließend wurde im Garten des evangelischen Gemeindehauses gefeiert.

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