Ein Dorfplatz und eine Krippe

Neue Kinderkrippe in Niederaula soll an der alten Leimkaute gebaut werden

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Dorfplatz statt Kinderkrippe: Auf dem freien Platz, der nach dem Abriss des alten Kindergartens an der Kirche in Niederaula entstanden ist, soll nun ein Dorfplatz entstehen. Foto: Zacharias

Niederjossa. Die neue Kinderkrippe in Niederaula wird nicht auf dem Kirchplatz gebaut, sondern im Berich „An der alten Leimkaute“ zwischen Mittelweg und Hattenbacher Straße in Niederaula. Dafür sprachen sich am Freitagabend in Niederjossa 15 Gemeindevertreterinnen und -vertreter von SPD und CDU aus.

Neun Stimmen gab es für den ursprünglichen Plan am Kirchplatz, vier für die Variante An der Mulde.

Nachdem die verschiedenen Möglichkeiten bei einer Informationsveranstaltung den Niederaulaer Bürgern vorgestellt worden waren und während dieser Veranstaltung der Wunsch vieler Menschen nach einem schön gestalteten Dorfplatz deutlich wurde, haben die Mitglieder der gemeindlichen Gremien alle möglichen Standorte für die neue Kinderkrippe persönlich in Augenschein genommen und anschließend anhand der Kriterien Kosten, Erweiterungsmöglichkeit, Lage, Parkplätze und anderer Punkte miteinander verglichen.

In diesem Prozess waren im Vorfeld bereits einige Optionen ausgeschieden, sodass nur noch die drei genannten Varianten übrig blieben.

Begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten

Die nur sehr begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten am Kirchweg und die schwierige Parkplatzsituation dort waren Kriterien, die bei der Entscheidung wesentliche Bedeutung hatten, erläuterte Bürgermeister Thomas Rohrbach.

Bauchschmerzen haben jedoch vor allem die Vertreter der Bürgerliste Niederaula und von Bündnis 90/Die Grünen mit einem Bau an der Leimkaute. Das wurde bei der Diskussion um die Bauleitplanung für das Gelände deutlich. Es soll im Flächennutzungsplan als Gebiet für Einrichtungen und Anlagen für den Gemeinbedarf ausgewiesen und ein entsprechender Bebauungsplan beschlossen werden.

Nach der ersten Offenlegung gab es mehrere Bedenken und Einwände. Unter anderem äußerte der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) die Sorge, dass die derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Pestiziden verunreinigt sein könnte. Ein anonymer Brief, der im Dorf verteilt wurde und in dem von „Giftnebel“ die Rede war, sorgte für zusätzliche Verunsicherung.

Bodenproben untersuchen

Die Bürgerliste wünschte sich deshalb, dass erst einmal Bodenproben genommen und auch ein Geruchsgutachten (wegen der nur wenige hundert Meter entfernten Biogasanlage) angefertigt werden sollen, und dann erst über die Fortsetzung des Bauleitverfahrens und den Neubau der Krippe entschieden wird. Ein entsprechender Antrag des Grünen Wolfgang Köhler wurde jedoch von der SPD und zwei CDU-Vertretern abgelehnt.

Bürgermeister Thomas Rohrbach hatte zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass in Niederaula fast ausschließlich auf ehemals landwirtschaftlicher Fläche gebaut werde, dass dann also alle derzeitigen Bauvorhaben gestoppt werden müssten.

Das Bauleitplanungsverfahren wurde schließlich gegen die Stimmen von Bürgerliste, Grünem und zwei CDU-Vertretern in die nächste Runde geschickt.

Von Christine Zacharias

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