Hitzige Debatte in der Gemeindevertretung

Neue Feuerwache in Niederaula soll auf das Zange-Areal

Hier soll Niederaulas neue Feuerwache gebaut werden: Das Zange-Areal an der B 62. Bürgermeister Rohrbach hat vor hohen Kosten gewarnt, die Befürworter schätzen die Lage an der Bundesstraße.
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Hier soll Niederaulas neue Feuerwache gebaut werden: Das Zange-Areal an der B 62. Bürgermeister Rohrbach hat vor hohen Kosten gewarnt, die Befürworter schätzen die Lage an der Bundesstraße.

Nach heftiger und emotionaler Debatte haben sich im Niederaulaer Gemeindeparlament die Politiker von Bürgerliste, CDU und Grünen durchgesetzt und das Zange-Areal zum neuen Standort  für die Feuerwache bestimmt.

Niederaula – Kein Waffenstillstand vor der Bürgermeisterwahl: Mit gegenseitigen Vorwürfen und Anschuldigungen haben die Gemeindevertreter von Niederaula bei ihrer Sitzung am Freitagabend hitzig über den künftigen Standort für die neue Feuerwache gestritten. In der dreistündigen Sitzung mit vorgeschalteter Ausschussberatung wurde schließlich der von BLN, CDU und Grünen favorisierte Standort an der B 62 auf dem sogenannten „Zange-Areal“ mit knapper Mehrheit durchgesetzt.

Vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Thomas Rohrbach erneut ausführlich dargelegt, warum die Verwaltung das Gelände „An der alten Leimenkaute“ als geeignetsten der insgesamt fünf anhand eines Kriterienkatalogs geprüften und beurteilten Standorte vorschlägt. Rohrbach argumentierte vor allem mit den zu erwartenden hohen Abbruch- und Sanierungskosten auf dem Zange-Areal, die seiner Meinung nach siebenstellig werden könnten. „Wie wollen Sie damit umgehen?“, fragte Rohrbach die Zange-Befürworter.

Die B 62 sei stark befahren, was zu Schwierigkeiten bei den Einsätzen führen könnte. Zudem würde der Eigentümer nur verkaufen, wenn nicht der angrenzende Mittelweg verlegt werde, was aber vermutlich nötig wird, um den Raumbedarf der Feuerwehr von mindestens 5000 Quadratmetern zu erfüllen.

Alle Kriterien anders bewertet

Völlig anderer Ansicht war Markus Krug (BLN) der ebenso wortreich und ausführlich die Kriterien aller Standorte ganz anders bewertete. Er warf Rohrbach vor, die „Wahrheit zu verdrehen“. Als Hauptargument gegen den Standort Leimenkaute brachte er die benachbarte Schule und Kita vor und fürchtete um die Sicherheit der Kinder. Außerdem seien zwei Drittel der Einsätze der Feuerwehr im Industriegebiet. Dorthin sei die Anfahrt vom Zange-Areal kürzer und schneller.

Auch Wolfgang Köhler (Grüne) sprach sich für die Zange-Lösung aus und versicherte: „Wir haben alle Wünsche der Feuerwehr erfüllt“. Diese Behauptung traf allerdings auf Widerspruch der anwesenden Feuerwehrkameraden.

Noch viel Platz: „An der alten Leimenkaute“ wird schon für den Kindergarten gebaggert.

Zwischenzeitig entgleiste die Diskussion völlig und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Tom Rudolph gelang es erst nach einiger Zeit, wieder für Ordnung zu sorgen. Wütende Proteste gab es daher von der SPD. Walter Freund monierte, dass Einwände nicht berücksichtig wurden, nur damit die Tabelle stimmt. Matthias Pfaff nannte den Kriterienkatalog willkürlich, „Die Feuerwehrkameraden haben nur mit dem Kopf geschüttelt“, berichtete er.

Petra Wiesenberg sagte „Ausschüsse sind immer so gut, wie ihr Vorsitzender“, und nannte die Vorschläge von BLN, Grünen und CDU „völlig ziellos“. Zudem sei die Möglichkeit, über die Leimenkaute abzustimmen, vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung Tom Rudolph verweigert worden.

Allen Protesten zum Trotz wurde schließlich mit den Stimmen von BLN, CDU und Grünen, gegen die Stimmen der SPD bei einer Enthaltung für das Zange-Areal gestimmt. Alternativ könnten auch Verhandlungen mit dem Eigentümer eine Fläche „Beim dicken Küppel“ aufgenommen werden, heißt es in der Beschlussvorlage.   kai

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