Gemeinschaftsprojekt von Niederaula und Bad Hersfeld

Neue Abwasserleitung von  Kerspenhausen nach Asbach in Betrieb genommen

Gehört bald der Vergangenheit an: Die alten Becken der Kläranlage in Kerspenhausen sollen im nächsten und letzten Schritt zurückgebaut werden. Fotos: Laura Hellwig

Kerspenhausen. Die neue Abwasserdruckleitung von Kerspenhausen nach Asbach wird nach acht Monaten Bauzeit in Betrieb genommen.

Das Abwasser von Kerspenhausen und Hilperhausen wird nun über eine Leitung von rund eineinhalb Kilometern nach Asbach gepumpt. Von dort wird das Abwasser in die Kläranlage Bad Hersfeld geleitet, wo es gereinigt wird.

Das Gemeinschaftsprojekt der Marktgemeinde Niederaula mit dem Abwasserbetrieb Bad Hersfeld sei für beide Kommunen eine „Win-Win-Situation“, so Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach.

Auch Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling lobt die Zusammenarbeit der beiden Kommunen: „An einer interkommunalen Zusammenarbeit führt kein Weg mehr vorbei.“ Die Stadt sei offen, andere Gemeinden zu unterstützen und die Infrastruktur in größeren Verbänden zu fördern, so Fehling.

Stefan Gier, Diplom-Ingenieur bei der Ingeneurgesellschaft Rother und Partner beschreibt die Zusammenarbeit der beiden Kommunen als innovativ. Auf dem Gelände der Kläranlage in Kerspenhausen wurde eine Pumpstation mit Vorlagebehälter und trocken aufgestellten Abwasserpumpen errichtet. Jede Pumpe hat ein Einzelgewicht von 250 Kilogramm. Die alten Becken sollen in einem letzten Schritt zurückgebaut werden, was aus der alten Anlage in Kerspenhausen werden soll, steht noch nicht fest.

In Betrieb genommen: Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Amtskollege Thomas Rohrbach und Theodor Hodes von der Aufsichtsbehörde in Kassel begutachten die neue Pumpstation auf dem Gelände der Kläranlage in Kerspenhausen.

Die neue Abwasserdruckleitung verfügt über eine Bahn- und neun Gewässerkreuzungen. Eine davon führt unterhalb der Fulda durch ein angrenzendes Hochwasser- und Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Schutzgebiet), was die Umsetzung vor einige Herausforderungen stellte. Mit Planung und Bauüberwachung beauftragt war die Ingenieurgesellschaft Rother und Partner, die eng mit allen Beteiligten zusammenarbeitete.

Die grabenlose Bauweise das sogenannte Horizontal-Directional-Drilling (HDD-Spülrohrverfahren), schütze die Umwelt und löse die klassiche offene Bauweise ab. Längerfristig sei der Anschluss an die Kläranlage Bad Hersfeld günstiger für die Marktgemeinde Niederaula, auch die Bürger werden nicht belastet, so Rohrbach.

Auch der Energieverbrauch sei niedriger als erwartet. Pro Sekunde werden zehn Liter durch die Leitung gepumpt.

Der Bau hat 525 000 Euro gekostet, die Baufirma Räuber aus Bad Hersfeld hat die Arbeiten ausgeführt. (lh) 

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