Dorfmoderationsprogramm

Mobilität ist das zentrale Thema in Niederaula

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Gut besucht: Etwa 80 Niederaulaer kamen zur Auftaktveranstaltung der Dorfmoderation, um gemeinsam z u überlegen, wie sie ihre Gemeinde nach vorne bringen können.

Niederaula – Gemeinsam das Dorf und die Gemeinde nach vorne bringen, neue Ideen entwickeln, eine lebendige Zukunft gestalten – das ist der Inhalt des Dorfmoderationsprogramms.

Die Gemeinde Niederaula hat sich dafür beworben und als einzige Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Roteburg den Zuschlag erhalten. Am Donnerstag fand die Auftaktveranstaltung in Niederaula statt.

Wesentliche Themen für den Moderationsprozess waren bereits im Vorfeld festgelegt worden. Schließlich hatte sich die Gemeinde zuvor mit diesen Themenschwerpunkten für die Aufnahme in das Ikek-Programm (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) beworben, den Nachfolger der Dorferneuerung. Dort wird aber nur eine Gemeinde pro Landkreis aufgenommen, diesmal Haunetal.

Nun also die Dorfmoderation. Das Programm soll 70 Prozent der Moderationskosten, in Niederaula bis zu 25 000 Euro, finanzieren. Für konkrete Projekte könnten andere Fördermöglichkeiten, zum Beispiel aus dem Leader-Programm, genutzt werden.

Wesentliche Themen in Niederaula sind:

. Die Innenentwicklung des Zentrums des Kernortes – dabei geht es unter anderem um Nutzung und Gestaltung des Kirchplatzes, aber auch um Leerstand

.  die Versorgung mit Lebensmitteln und Ärzten sowie

.  verbesserte und neue Mobilitätsangebote für alle Altersgruppen in allen Ortsteilen.

Sehr schnell wurde in den Arbeitsgruppen, die von Mitarbeitern der Büros „proloco“ aus Göttingen und „Eco Libro“ aus Troisdorf betreut wurden, deutlich, dass Mobilität das zentrale Thema ist. Die im Kernort vorhandenen Lebensmittelmärkte und Ärzte müssen schließlich auch erreicht werden.

„Bürgerbus“ stand deshalb auf fast allen Listen als ein Vorschlag, Menschen auch ohne eigenes Auto mobil zu machen. Schließlich haben die Niederaulaer im benachbarten Kirchheim hierzu ein seit Jahrzehnten funktionierendes Vorbild. Relativ unkompliziert einzurichten wären sicher auch sogenannte Mitfahrbänke, auf denen Platz nimmt, wer zum Beispiel in die Kreisstadt möchte und die von privaten Fahrern angesteuert werden, die gerne jemanden mitnehmen möchten. In anderen Gemeinden funktioniere das reibungslos, versicherte Michael Schameck vom Büro Eco Libro. Er berichtete von seinem Heimatort Jesberg, wo es außerdem ein von den Bürgern organisiertes umfangreiches Angebot für Car-Sharing und den Verleih von E-Bikes gibt. Auch ein Lieferservice für Lebensmittel wurde dort eingerichtet. So etwas wünschen sich auch die Niederaulaer.

Viele Ideen gab es für die mögliche Gestaltung des Kirchplatzes: Toiletten, eine Ladestation für E-Bikes, ein offener Pavillon für Feste, Spiel- und Sportgeräte für alle Generationen, Sitzmöglichkeiten im Grünen und neben dem Eulenmarkt ein Feierabendmarkt, wie es ihn in Friedewald gibt. Auch ein Café fänden die Niederaulaer schön.

Hauptproblem im Kernort ist jedoch der Durchgangsverkehr, an dem aber nichts zu ändern ist. Auch fehlende Parkplätze wurden moniert. Bedarf gibt es zudem an barrierefreien Wohnungen und an besseren Busverbindungen. Vorgeschlagen wurde ein Treffen aller Ärzte und anderer Anbieter aus dem Gesundheitsbereich, um über Vernetzungen und die Sicherung der zukünftigen Versorgung zu sprechen.

Im Mai soll ein nächstes Treffen stattfinden, bei dem dann Arbeitsgruppen gebildet werden.

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