Die schwersten Stunden sind vorbei

Kreisaltenheim in Niederaula ist Corona-frei - Besuche sind wieder möglich

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Der Ausnahmezustand im Kreisaltenheim Niederaula ist überstanden: (von vorne links) Landrat Dr. Michael Koch mit der stellvertretenden Geschäftsführerin Bettina Wolf, Leiterin des Gesundheitsamts Adelheid Merle, Pflegedienstleiterin Franka Meinecke sowie ihre Kollegen Iris Fuhrmann und Heiko Bully, Pfarrer Werner Ewald und Bürgermeister Thomas Rohrbach.

Die schwierigsten Stunden im Kreisaltenheim in Niederaula sind nach acht Wochen überstanden. Alle Bewohner der Einrichtung des Kreises sind mit Stand von Freitag Corona-frei.

Zum Schutz aller Bewohner und aufgrund zahlreicher Infektionen mit dem Coronavirus stand die Einrichtung seit Ende März unter Quarantäne. Das damit einhergehende generelle Besuchsverbot wird ab sofort aufgehoben.

Nach telefonischer Anmeldung und Terminvergabe dürfen Bewohner pro Woche einen engen Angehörigen für jeweils eine Stunde empfangen. Nach wie vor müssen strenge Hygieneschutzmaßnahmen eingehalten werden, teilt das Landratsamt mit.

Landrat Dr. Michael Koch besuchte am Freitagnachmittag das Kreisaltenheim und verteilte ein süßes Dankeschön an die Betreuungskräfte „Die Umstände haben ein striktes Durchgreifen nötig gemacht. Ich bin mir bewusst, wie schwer die Situation für die Bewohner, aber natürlich auch die Angehörigen gewesen ist“, sagte er. Umso erfreulicher sei die Nachricht, nun schrittweise wieder in den Normalzustand zurückzukehren.

Die Pflegedienstleiterin des Kreisaltenheims, Franka Meinecke ist sichtlich bewegt, wenn sie an die vergangenen Wochen zurückdenkt: „So etwas hat es hier noch nie gegeben. Wir alle, egal ob tatsächlich an Corona erkrankt oder nicht, standen vor riesigen Herausforderungen. Tag und Nacht haben wir dafür gekämpft, einen unsichtbaren Feind zu besiegen.“

Die stellvertretende Geschäftsführerin Bettina Wolf ergänzt stolz: „Selbst in den schwersten Momenten habe ich hier in der Einrichtung einen unbändigen Zusammenhalt gespürt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an ihre Grenzen gegangen, um die zu schützen, die es selbst nicht mehr können.“ Die Unterstützung durch das Klinikum, vor allem in der Anfangszeit zwischen Mitte und Ende März sei von großer Hilfe gewesen. Auch die Leiterin des Gesundheitsamts Adelheid Merle erklärte, alle Beteiligten hätten einen super Job gemacht.

Im Kreisaltenheim hatte es 84 bestätigte Corona-Fälle gegeben, darunter 42 Bewohner und 42 Mitarbeiter. 17 Bewohner starben – alle litten an teils schweren Vorerkrankungen und seien eher „mit“, als „an“ Corona verstorben, so das Landratsamt. 

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