40 Jahre Gemeindediakoniestation Niederaula

Kompetent im Einsatz für die Menschen

Mitten drin im Alltag der Menschen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindekrankenpflege versorgen ihre Klienten im häuslichen Umfeld und ermöglichen ihnen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Unser Bild zeigt die Auszubildende Tanja Hofmann mit Helmut Borneis aus Niederaula. Foto: Diakoniestation Niederaula

Die Gemeindediakoniestation Niederaula feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am 28. Juni um 14 Uhr ein Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt.

Anschließend gibt es einen Empfang im Pfarrgarten.

So lange wie möglich zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben, das wünschen sich viele ältere Menschen. Früher war das die Regel, sagt Pfarrer Thomas Funk, Vorsitzender des Zweckverbands der Gemeindediakoniestation. Mehrere Generationen lebten gemeinsam unter einem Dach, sodass sich immer jemand um den Kranken kümmern konnte und die Gemeindeschwester, meist eine Diakonisse, kümmerte sich um die pflegerische Versorgung.

Dieses System sei in den späten 1950ern und frühen 1960er ausgelaufen. Stattdessen kamen Alte, Kranke und Sterbende oft ins Krankenhaus, wo sie dann auch starben – eine Entwicklung, die vielen Menschen missfiel. In Deutschland entstand die Hospizbewegung und an vielen Orten fanden sich Ehrenamtliche zusammen, die sich qualifizieren ließen, um Familien zu begleiten. Bedarf gab es jedoch vor allem für qualifizierte Pflege. Auf eine Initiative des hessischen Kultusministeriums hin wurden ab Ende der 1970er Jahre Sozialstationen gefördert.

In vertrauter Umgebung

Auch im Kirchenkreis Hersfeld waren Initiativen entstanden, die es Senioren ermöglichen wollten, so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Pflegedienste entwickelten sich unter dem Dach der Kirchen und wurden schließlich gemeinsam mit den politischen Gemeinden flächendeckend eingerichtet. Für den Südteil des Kreises, die Gemeinden Niederaula, Kirchheim, Breitenbach/H., Hauneck und Haunetal wurde im Jahr 1979 ein Zweckverband gegründet, in dem die evangelischen Kirchen- und die politischen Gemeinden zusammenarbeiten, um die Versorgung der Kranken und Alten sicherzustellen. Damals waren pro Großgemeinde eine Schwester, eine Aushilfskraft mit halber Stelle und Ehrenamtliche unterwegs, berichtet Thomas Funk. Finanziert wurden und werden die Stationen zu 40 Prozent von der Kirche und zu 60 Prozent von der Kommune.

Stetig gewachsen

Seitdem ist die Station, die zunächst im alten Rathaus in Niederaula untergebracht war und später in den Kirchweg umzog, stetig gewachsen. Seit Oktober 2016 ist sie in der Schlitzer Straße in den ehemaligen Räumen der Firma Zange untergebracht. „Heute haben wir 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Pflege, der Betreuung, der Verwaltung und der Stationsleitung arbeiten“, erklärt Pflegedienstleiterin Monika Mogk. Fast alle Kräfte arbeiteten in Teilzeit, ihre Arbeitszeit entspricht 20 Vollzeitstellen. Sie kümmern sich um knapp 200 Klienten. Mit der Nachfrage sei auch die Belastung der Mitarbeiterinnen kontinuierlich gestiegen, betont Stefan Gunkel, Geschäftsführer der drei kirchlichen Diakoniestationen Niederaula, Hersfeld-Mitte und Ausbach. In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Haushaltsvolumen ebenso verdoppelt wie die Zahl der Klienten und die der Mitarbeiter.

Professionalität und menschliche Kompetenz

Ein hohes Maß an Professionalität und menschlicher Kompetenz müssten die Schwestern und Pfleger mitbringen, die in der häuslichen Krankenpflege arbeiten, betont Pfarrer Thomas Funk, der Vorsitzende des Zweckverbandes. Denn schließlich ginge es nicht nur um die reine Pflege der Klienten, sondern auch um deren Umfeld. „Da muss man schon Selbstbewusstsein haben“, weiß Pflegedienstleiterin Monika Mogk. „Wir lassen aber niemanden mit einem Problem alleine“, versichert sie. Auch junge Kollegen könnten sich darauf verlassen, dass sie Rat und Unterstützung bekämen. In Zeiten, in denen Pflegekräfte dringend gesucht werden, ist zudem in der Gemeindekrankenpflege eine Bezahlung, die sich an den Tarif des öffentlichen Dienstes anlehnt ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die Berücksichtigung von persönlichen Bedürfnissen bei der Gestaltung der Arbeitszeitmodelle, betont Mogk. So gibt es zum Beispiel so genannte Mutti- bzw. Elterntouren, die mit Kindergartenzeiten kompatibel sind. Und auch wenn es inzwischen keine „diakonische“ Zeitzugabe mehr gibt, werde versucht, den Druck durch Zeitvorgaben der Kassen nicht an die Mitarbeiter weiterzugeben, versichert Gunkel.

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