Zwölf Frauen und viele Instrumente

Instrumentalensemble Aulatal: Die Musik verbindet

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Die Mitglieder des Instrumentalensembles Aulatal: Von links Elisabeth Dewald, Cecile Krebs, Gesa Hild, Herta Trebing, Sita Leipold, Heike Prause, Evelyn Helwig, Isabel Thomson, Tanja Breitbart, Lydia Bläsing-Patry. Es fehlen Bettina Köhler und Hiltrud Brettmann. (Das vollständige Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuz oben rechts klicken.)

Gemeinsam musizieren macht einfach Spaß. Darin sind sich die Mitglieder des Instrumentalensembles Aulatal einig.

Eine Musikerin ergänzt: „Die Gruppe ist in sich stimmig. Wir freuen uns, wenn wir uns sehen. Die Musik verbindet.“

Eine andere meint, dass das Zusammenspiel eben etwas anderes sei, als alleine zu Hause auf seinem Instrument zu spielen. Und wieder eine schätzt es, dass man unter Leitung von Isabel Thomson immer noch etwas dazu lernen könne. Und so ist es ein sehr harmonisches Zusammenwirken auf einem durchaus beachtlichen Niveau.

Als Isabel Thomson 1995 als Kirchenmusikerin ins Kirchspiel Niederaula kam, baute sie neben dem Orgelspiel im Jahr 2000 einen Kinderchor auf. Und mit diesem wollte sie bald Singspiele oder Musicals aufführen und dazu brauchte sie einige Musiker, die die Kinder begleiteten. So sah sie sich im Umkreis nach versierten Laienmusikern um. Da sie zum Beispiel auch speziell eine Oboe besetzen wollte, fand sie eine Oboistin nur in Bad Hersfeld. Und so kamen schließlich auch weitere Musikerinnen von dort hinzu und bildeten mit den Aulatalern den Grundstock fürs Ensemble.

Da das gemeinsame Musizieren allen viel Freude machte, beschlossen sie 2006 dann, über die Begleitung der Kinder hinaus regelmäßig zu proben und sich zu einem Ensemble zu formieren. Bald kamen weitere Frauen mit mehr oder weniger Musikkenntnissen dazu – jede wurde von Isabel Thomson nach ihrem Vermögen eingesetzt. Und jede konnte sich mit ihren Instrumenten einbringen – fast alle spielen mehrere Instrumente. So hat das Ensemble bei der Instrumentierung die Möglichkeit einer breiten Palette und kann sehr unterschiedliche Klangfarben erzeugen, und dies zeichnet nicht zuletzt ihre Präsentationen bei den vielgestaltigen Genres aus.

In den vergangenen Jahren haben die Musikerinnen immer wieder Konzerte mit Musik aus verschiedenen Ländern gestaltet. Mit einem „Irischen Abend“ begeisterte man vor zwei Jahren, letztes Jahr mit „Alpenländischer Hausmusik“. Und in diesem Jahr nahm man sich nun Skandinavien vor und führte die Zuhörer an die musikalischen Ausdrucksformen der nordischen Länder heran.

Zu seinen Aufgaben zählt das Ensemble auch die musikalische Gestaltung des Weltgebetstags und ein Adventskonzert, bei dem jeweils überwiegend „Alte Musik“ präsentiert wird.

Die Leiterin des Aulataler Instrumentalensembles, Isabel Thomson, beim Spiel auf einer Talharpa, einem alten Volksinstrument aus Schweden.

Da das Ensemble im Rahmen der evangelischen Kirchengemeinde Niederaula agiert, hatte man auch schon Pilger auf dem „Martin-Luther-Weg“ mit geistlicher und weltlicher Musik aus der Zeit des Reformators zu einem musikalischen Innehalten bewegt.

Neben den Blockflöten und einem Streichquartett gibt es Spielerinnen für Akkordeon, Gitarre, Perkussion, Ukulele und nun auch für Kantele. Eher solistisch eingesetzt werden Querflöte, Oboe und Englisch Horn, zudem erweitern Spieler verschiedener Tasteninstrumente die Palette. Im Laufe der Jahre konnte bei dem Stamm von einem Dutzend Spielerinnen das Musizierniveau immer weiter gesteigert werden, aber das Ensemble ist immer offen für weitere Mitagierende – außer Blechbläsern, die alles übertönen würden, sind Musiker jedweder Art willkommen.

Von Brunhilde Miehe

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