Kirchenvorstand arbeitet mit Planer zusammen

Leben mitten im Dorf: Ideen für den Niederaulaer Kirchplatz

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Die Neugestaltung des Kirchplatzes in Niederaula wird intensiv im Kirchenvorstand diskutiert. Über die Pläne sprachen jetzt Pfarrer Werner Ewald, Isabel Thomson und Jürgen Lapp vom Kirchenvorstand sowie Vertretungspfarrer Christoph Rode (von links). 

Eine ökologische und soziale Nutzung beziehungsweise eine Kombination von Wohnraum und Begegnungsmöglichkeiten schwebt der Kirche für den freigewordenen Platz vor.

Ein großer, freier Platz mitten im Dorf, direkt neben der Kirche und geschützt vom Verkehrslärm – das bietet Chancen, die es selten ein zweites Mal gibt. Die evangelische Kirchengemeinde in Niederaula verfügt über einen solchen Platz, der entstanden ist nach dem Umzug der Gemeindediakoniestation sowie des Kindergartens und dem Abriss der Gebäude.

Ein wenig Trauer und Enttäuschung darüber, dass es mit dem Neubau einer Kinderkrippe an dieser Stelle nun doch nichts geworden ist, klingt immer noch durch, aber jetzt ist der Kirchenvorstand mit großem Engagement seit Monaten damit beschäftigt, Pläne zur Neugestaltung des Platzes zu schmieden.

Konkret ist noch nichts, aber inzwischen ist eine Richtung erkennbar, die der erkrankte Pfarrer Werner Ewald, sein Vertreter Christoph Rode sowie Isabell Thomson und Jürgen Lapp vom Kirchenvorstand gerne auch nach außen vertreten wollen. Für seine Planungen für eine ökologische und soziale Nutzung ist der Kirchenvorstand auch mit Investoren und einem potenziellen innerkirchlichen Träger im Gespräch.

Geplant ist, an der der Kirche gegenüberliegenden Seite des Platzes ein Wohnprojekt im Gebäude der ehemaligen Zehntscheune zu etablieren. Die Wohnungen sollen barrierefrei sein, sind aber nicht nur für Senioren gedacht. „Wir wollen den Platz mit Leben füllen“, sagt Pfarrer Werner Ewald, der nach einem Sturz zurzeit krankgeschrieben ist. „Der Kirchplatz soll ein Ort werden, an dem Menschen sich begegnen.“ Deshalb ist dem Kirchenvorstand die Kombination von Wohnraum und Begegnungsmöglichkeiten ein Anliegen.

Zudem soll es, so ergänzt Isabell Thomson, einen Bereich für Veranstaltungen geben, der offen ist für die Bevölkerung und von allen Niederaulaer Gruppen für deren Konzerte, Theatervorstellungen oder Feste genutzt werden kann. „Wir sind offen, wir haben Platz, wir haben Möglichkeiten“, erklärt Werner Ewald.

Dabei arbeitet der Kirchenvorstand mit einem Planer zusammen, der bereits mehrere solcher Projekte erfolgreich „großgezogen“, habe. Zunächst einmal sollen nun eine Sozialraumstudie und eine Gesellschaftsanalyse angefertigt werden, um herauszufinden, welche Zielgruppen es gibt und wer welche Wünsche und Bedürfnisse hat, sagt Christoph Rode.

Vorstellen könnte sich der Kirchenvorstand auf dem Platz zum Beispiel eine Raststation für Radfahrer inklusive E-Bike-Ladestation. Ein Irrgarten zum Spielen, Bewegen und Erkunden wäre denkbar und eine alte Telefonzelle oder Ähnliches, um dort Bücher zum Tausch anzubieten.

Auch den Eulenmarkt würde der Kirchenvorstand gerne auf dem Platz begrüßen. Zurzeit, so betont Pfarrer Ewald, sei das nicht möglich, weil der Platz zu uneben sei und die nötige Infrastruktur fehle.

Nach der Ideensammlung beginne jetzt die konkrete Planung, freuen sich die Mitglieder des Kirchenvorstandes. Diese soll bis zum Sommer grob fertig und bis Ende 2020 auch im Detail abgeschlossen sein. Unterstützer mit Tatkraft und Ideen sind willkommen. (zac)

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