Ausschüsse stellen Uhr zurück

Hitzige Diskussion um Standort für Feuerwehrgerätehaus in Niederaula

Ein neuer Standort für die Feuerwehr in Niederaula ist noch nicht gefunden: In den Ausschüssen der Marktgemeinde wurde die Uhr inhaltlich erst einmal wieder zurückgestellt.

Niederjossa –Während der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses in Niederjossa wurden die von einer Lenkungsgruppe bisher erarbeiteten Dinge wieder über den Haufen geworfen. Grund: Die politischen Protagonisten von Bürgerliste, CDU und der Grüne haben die bisher stattgefundenen Arbeitssitzungen der Lenkungsgruppe – trotz Einladungen – ignoriert und keine eigenen Vertreter entsendet. Vielmehr wollten sie einen eigenen Feuerwehrausschuss ins Leben rufen, der sich mit dieser zukunftsweisenden Thematik beschäftigen soll.

Eine Lenkungsgruppe bestehend aus Bürgermeister, Mitarbeitern der Verwaltung, der Niederaulaer Feuerwehrspitze und Vertretern der Kommunalpolitik – nur die SPD war zur Mitarbeit bereit – war und ist aus Sicht von Bürgerliste, CDU und dem Grünen nicht ausreichend.

Diese Lenkungsgruppe hatte bereits 16 mögliche Standorte für den Neubau des Gerätehauses aus feuerwehrtechnischer Sicht in Augenschein genommen. Übrig geblieben waren schließlich vier Standorte, die Bürgermeister Thomas Rohrbach den Kommunalpolitikern in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter im August präsentierte.

In einer von den Teilnehmern der Lenkungsgruppe erstellten Rangliste stand ein gemeindliches Grundstück „An der alten Leimkaute“ ganz oben. Und weil dieses bereits im Gemeindebesitz befindliche Areal nicht erst erworben werden muss und auch von den Feuerwehrkräften favorisiert wird, wollte der Bürgermeister in besagter Gemeindevertretersitzung diesbezüglich einen Beschluss der Kommunalpolitiker erreichen.

Doch Bürgerliste, CDU und Grüner überwiesen die Thematik in die Ausschüsse. Und dort wurde die Uhr inhaltlich erst einmal wieder zurückgestellt.

Markus Krug (Bürgerliste), Vorsitzender des Bauausschusses, wollte erst einmal einen Kriterienkatalog abarbeiten lassen. Und dabei sollten natürlich auch alle 16 ursprünglich ins Auge gefassten Grundstücke auf Machbarkeit untersucht und bewertet werden. Darüber zeigte sich Bürgermeister Thomas Rohrbach keineswegs erfreut. Aus seiner Sicht sei es völlig unverständlich, Grundstücke zu prüfen, die von den Eigentümern definitiv nicht an die Gemeinde verkauft würden. Dem entgegnete der Grüne Wolfgang Köhler, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses (HFA), dass es durchaus sinnvoll sei, viele Grundstücke, wenn auch nicht alle 16, in den Blick zu nehmen, um Fehler zu vermeiden, die später von den Steuerzahlern mit viel Geld ausgebügelt werden müssten. Auch der Einwand von Benjamin Patzelt (SPD, HFA), dass die Lenkungsgruppe bereits ordentliche Arbeit geleistet habe, verhallte ungehört.

Nachdem Petra Wiesenberg (SPD, HFA) den Protagonisten von Bürgerliste, CDU und Grünem gezielte Verzögerungstaktik unterstellt hatte, wurde von den beiden Ausschüssen mehrheitlich festgelegt, den von den Vorsitzenden vorgestellten Kriterienkatalog für die Standortwahl an die Ausschussmitglieder, die Fraktion, das Planungsteam und den Gemeindevorstand zur Prüfung und zur möglichen Ergänzung zu versenden. Zudem sollen die neuen Feuerwehrgerätehäuser in Asbach, Heimboldshausen und Richelsdorf besichtigt werden. (Mario Reymond)

Rubriklistenbild: © Konstantin Mennecke

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