Fans aus ganz Deutschland bei achter Auflage

Hart, aber herzlich: Full Metal Osthessen in Niederjossa 

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So sieht Metal aus: Beim Festival Full Metal Osthessen in Niederjossa kamen Musiker und Publikum auf ihre Kosten. Das Bild entstand beim Auftritt von Godslave. 

Zum achten Mal hatte der Verein Crossmusic zum Metal-Festival nach Niederjossa eingeladen. Die Fans kamen aus ganz Deutschland - und sogar aus Österreich.

Schon bei der Ankunft war die dröhnende Wucht der Bässe, Gitarren und des Schlagzeuges unüberhörbar: „Hier bist Du richtig!“, wummerte es aus dem Dorfgemeinschaftshaus in Niederjossa.

Der Verein Crossmusic hatte zur achten Auflage der inzwischen kultigen Konzertreihe von Full Metal Osthessen eingeladen. Aus ganz Deutschland und sogar aus Wien waren mehrere hundert Gäste zum „kleinen familiären Wacken“ in das beschauliche Niederjossa gereist, um sich drei Tage lang an ihrer Musik zu laben.

Diese familiäre Nähe, diese hautnahe Tuchfühlung mit den Musikern, die das wiederum selbst genießen, diese persönlichen Kontakte und eine unaufdringliche Einladung zum christlichen Glauben, das macht das spezielle Konzept von Niederjossa aus. Sichtlich zufrieden zeigte sich der erste Vorsitzende Andreas Pfeiffer beim Auftakt am Freitagabend und verwies auch auf den traditionellen, aber eher ruhig-besinnlichen Abschluss-Gottesdienst am Sonntag.

Ja, das ist schon etwas ganz anderes, diese unvermittelt heftig in den Bauch pumpernde Musik, die langen und manchmal schon schütteren Haare, die meist schwarze symbolträchtige Kleidung und diese ganz lockeren, freundlichen Typen. Was geht denn jetzt hier ab? Aber dann merkt man schnell, das sind alles nur brave Metaller, die wollen keinen Streit, die wollen nur ihre Musik headbangen.

Schon beim Warten vor der Kasse gab es erste nette Kontakte – zum Beispiel mit dem Bassisten Hucky Huxhage aus Bielefeld, der seit 40 Jahren aktiver Headbanger ist (nun mit etwas lichterem Haar, wie er selbst lachend verrät) und seit Jahren extra wegen dieser einmaligen Atmosphäre nach Niederjossa kommt, die für ihn genau passend ist. Insgesamt 14 Bands gaben sich am Wochenende im Stundenrhythmus die Verstärker in die Hand und boten ein Feuerwerk der Extraklasse.

Den Freitagabend eröffneten die fünf Jungs von „Kill Authority“ völlig respektlos mit „Not my Friend“ in klassischer Besetzung mit Christian Friedrich (Gesang und Stagediving), Jan Strack (Gitarre), Tibor Ambrusits (Gitarre), Michael Maaß (Bass) und Eric Engelhardt (Schlagzeug). Sie heizten den vollen Saal erst einmal auf Saunatemperaturen vor, damit es die beiden folgenden Bands „ChaosPath“ aus Kassel und „Pirahna“ aus Staufen in der Schweiz etwas leichter hatten, das Headbanging anzufeuern. Und die, die genügend lange Haare hatten, stiegen da sofort ein. „Godslave“ aus Saarbrücken brachte dann das Dorfgemeinschaftshaus zum Brodeln. Frontmann „Thommy“ lud zur exklusiven Metalparty ein und zog mit seinen Mannen eine martialische Gesangshow ab, was die Gäste zum Tanzen und ekstatischen Kopfschütteln verführte.

In den Umbaupausen war jedoch genügend Zeit, die Haare wieder fein zu ordnen, um bei „Burden of Grief“ aus Kassel gemeinsam mit E-Bassist Florian Bauer die Haare erneut fliegen zu lassen. Was für ein Augenschmaus, wenn man so richtig Headbangen kann und die Lasten des Kummers einfach davon fliegen ...

Nach über sechs Stunden Thrash Metal beschloss die zweite Schweizer Formation „Poltergeist“ den ersten und etwas härteren Teil eines langen Wochenendes voller FullMetalMusic in Niederjossa. 

Von Steffen Sennewald

Full Metal Osthessen: Fotos aus Niederjossa

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