Betrugsversuch auch in Schenklengsfeld - Tipps der Polizei

Falsche Polizisten erbeuten 3000 Euro von Frau aus Niederaula

Niederaula. Gleich zwei Fälle von falschen Polizeibeamten beschäftigen das Betrugskommissariat der Hersfelder Kriminalpolizei. In einem Fall gelang es den Betrügern sogar, 3000 Euro zu ergaunern.

Eine Frau aus Niederaula, Ende 60, erhielt am Montagmorgen einen ersten Anruf von der Nummer 01110. Ein angeblicher Polizist namens Schwarz und später auch ein angeblicher Staatsanwalt Neumann erzählten ihr, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde. Dabei seien auch Daten von ihr und ihrem Ehemann erbeutet worden. Außerdem sei ihre örtliche Bank von Kriminellen durchdrungen und es habe dort kürzlich Festnahmen gegeben, warnten die Anrufer – verbunden mit dem Angebot, das Ersparte ihres Opfers in Sicherheit zu bringen. 

Die Geschädigte hob 3000 Euro in bar ab und fuhr damit nach Fulda zu einem Bargeldtransfercentershop in einem kleinen Geschäft und zahlte das Geld dort ein. Ruck zuck war das Geld laut Polizei in Moldawien gelandet. Zurücktransferiert werden könne es nicht.

Einem Ende 70-Jährigen aus Schenklengsfeld kam die Vorsicht seiner Ehefrau zugute, sodass er am Montagmittag nicht ebenfalls Opfer der vermutlich gleichen Täter wurde. Mit der gleichen Story hatten diese versucht, den Rentner aufs Kreuz zu legen. Die Frau beendete das Gespräch und informierte die Polizei – ihr waren die angeblichen Polizisten aus der Presse bekannt. (red/nm)

Folgende Tipps gibt die Polizei:

- Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.

- Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger. Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den Betrügern landen, sondern wählen Sie die Nummer selbst. Sie können sich aber auch an das örtliche Polizeirevier wenden. Erzählen Sie den Beamten von den Anrufen. Am besten ist, wenn Sie die Nummer der Polizei in Bad Hersfeld, Telefon 06621/932-0, oder in Rotenburg, Telefon 06623/937-0, sowie die Notrufnummer 110 griffbereit am Telefon haben, damit Sie sie im Zweifelsfall selber wählen können.

- Geben Sie am Telefon keine Auskunft über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse oder andere sensible Daten. " Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.

- Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!

- Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür.

- Ziehen Sie gegebenenfalls eine Vertrauensperson hinzu, zum Beispiel Nachbarn oder nahe Verwandte.

- Übergeben Sie unbekannten Personen kein Geld oder Wertsachen.

Legen Sie den Telefonhörer auf, wenn:

- Sie nicht sicher sind, wer anruft.

- Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, z. B. ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.

- Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben, bzw. Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.

- Sie der Anrufer unter Druck setzt.

- Der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, z. B. zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.

- Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.

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